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PR-Patzer der Minister: Faeser und Heil in der Ukraine: Sektchen im Kriegsgebiet

PR-Patzer der Minister: Faeser und Heil in der Ukraine: Sektchen im Kriegsgebiet

PR-Patzer der Minister: Faeser und Heil in der Ukraine: Sektchen im Kriegsgebiet

Innenministerin Nancy Faeser (l.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) (beide SPD) beim Sekt in Kiew Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Innenministerin Nancy Faeser (l.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) (beide SPD) beim Sekt in Kiew Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Innenministerin Nancy Faeser (l.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) (beide SPD) beim Sekt in Kiew Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
PR-Patzer der Minister
 

Faeser und Heil in der Ukraine: Sektchen im Kriegsgebiet

Mit einer Reise gleich zwei Empörungswellen auszulösen, das muß man erstmal schaffen. Das Kunststück gelang unlängst Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) bei ihrem Ukraine-Besuch.

Ein Foto der beiden Sozialdemokraten zusammen mit der deutschen Botschafterin in der Ukraine, Anka Feldhusen, und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sorgt immer noch für Schlagzeilen. Die beiden Minister lachen mit Sektgläsern in ihren Händen in die Kamera. Die Reaktion auf dieses Verhalten kurz nach der Besichtigung der Kriegszerstörungen in der Stadt ließen nicht lange auf sich warten.

Laschet entschuldigte sich für Lacher im Flutgebiet

In den sozialen Medien hagelte es harsche Kritik. So schrieb der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm (CDU), auf Twitter: „Die Teilnahme der Bundesinnenministerin und des Bundesarbeitsministers beim Sektempfang im ukrainischen Kriegsgebiet läßt jedwedes Fingerspitzengefühl vermissen. Während nebenban Bomben fliegen und die ukrainische Bevölkerung unter dem verbrecherischen Angriffskrieg Putins leidet, trinken die SPD-Minister Sekt. Das läßt einen nur noch fassungslos zurück.“

Der von weiteren Nutzern geäußerte Vorwurf, die beiden Regierungsvertreter predigten Wasser und söffen Sekt, waren noch die harmloseren Reaktionen. In dem Zusammenhang erinnerten nicht wenige daran, daß der damalige Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sich für sein Lachen im Flutkatastrophengebiet im vergangenen Jahr wenigstens entschuldigt habe. Faeser und Heil gaben bis Mittwoch nachmittag keine offizielle Stellungnahme ab.

Faeser und „Black Rifles Matter“

Der zweite Tritt ins Fettnäpfchen dürfte insbesondere für Faeser, die sich als Innenministerin dem „Kampf gegen Rechts“ verschrieben hat, besonders unangenehm sein. Stand sie bei einem Fototermin am Montag doch neben einer Lokalpolitikerin der Stadt Irpin. Heikel ist für Faeser jedoch das T-Shirt der Ukrainerin. Darauf steht „Black Rifles Matter“ (schwarze Gewehre zählen), was eine Veralberung der „Black Lives Matter“-Parole (BLM) ist.

Das Kleidungsstück rief unter anderem die hessische Linksfraktion auf den Plan. Deren Vorsitzender im Wiesbadener Landtag, Jan Schalauske, erläuterte, in rechtsextremen Kreisen sei das Motiv beliebt, da es nicht nur die BLM-Bewegung verhöhne, sondern auch Gewaltbereitschaft symbolisiere. Der Anti-Rechts-Kämpferin Faeser warf er mangelnde politische Glaubwürdigkeit vor.

Galt in der Ampelkoalition bislang Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) als Spitzenreiterin der unglücklichen Auftritte und Fachfrau für Pleiten, Pech und Pannen, scheint Faeser zumindest beim Auftritt in der Ukraine Boden gut gemacht zu haben. Ob das ein Grund zum Anstoßen ist?

Innenministerin Nancy Faeser (l.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) (beide SPD) beim Sekt in Kiew Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
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