Rettungskräfte und Polizisten am Tatort des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Omer Messinger
Rettungskräfte und Polizisten am Tatort des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Omer Messinger

Terrorismus
 

Jeder zweite islamistische Attentäter in Deutschland ist Flüchtling

BERLIN. Jeder zweite islamistische Attentäter in Deutschland ist als Flüchtling eingereist. Bei 13 Anschlägen durch 14 Terroristen waren sieben von ihnen Asylbewerber, wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf eine Statistik des britischen Terrorforschers Sam Mullins berichtet.

Dazu zählen unter anderem die Anschläge auf die ICE-Strecken in Bayern und Berlin im Jahr 2018 durch einen irakischen Asylbewerber. Aber auch der Angriff in einem Zug bei Würzburg und der Anschlag auf den Weihnachmarkt in Berlin, die sich beide 2016 ereigneten, wurden von Tätern begangen, die zuvor als Flüchtlinge ins Land gekommen waren.

Mullins kommentierte seine Auswertung mit den Worten: „Der Zusammenhang von illegaler Migration und Terrorismus sollte weder überbetont noch bestritten werden. Nicht mal ein Promille der Asylsuchenden begeht Attentate, aber sie sind bei islamistischen Anschlägen in der EU überrepräsentiert.“

Maas: Gibt keine Verbindung zwischen Asylbewerbern und Terror

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, machte die Massenmigration aus islamischen Ländern für die Anschläge in Europa verantwortlich. „Merkels illegale Grenzöffnung 2015 hat ihren Anteil daran“, betonte sie. Warnungen davor „wurden stets in den Wind geschlagen und als rassistische Panikmache diffamiert“.

In der gesamten EU notierte Mullins demnach von 2012 bis Ende 2020 insgesamt 91 islamistische Anschläge. Verübt wurden sie von 132 Tätern, von denen 25 Asylbewerber waren.

Der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte im November 2015 Asylsuchende vor dem Verdacht des Terrorismus in Schutz genommen. „Es gibt keine Verbindung, keine einzig nachweisbare Verbindung zwischen Terrorismus und Flüchtlingen“, sagte er damals unter dem Eindruck der Terroranschläge von Paris. Islamisten töteten damals innerhalb weniger Stunden 137 Menschen in der französischen Hauptstadt. Die arabischstämmigen Attentäter waren zur Vorbereitung nach Syrien gereist und als Flüchtlinge getarnt wieder nach Frankreich zurückgekehrt. (ag)

Rettungskräfte und Polizisten am Tatort des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Omer Messinger
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