Superwahljahr
In Hamburg gibt es 2G
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Foto: picture alliance

Corona nachgerechnet
 

Hamburger Bürgermeister belegt 2G-Vorteile mit falschen Zahlen

Klassische „Fake News“ sind es, mit denen der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die jüngst in der Stadt eingeführte 2G-Option begründet. Vor versammelter Presse verkündete der SPD-Politiker „die sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bezogen auf die Gesamtbevölkerung bei Ungeimpften liegt bei 78,12, bei Geimpften aber nur bei 3,36“. Eigentlich wäre das ein schlagendes Argument für die Impfung und einen tatsächlichen Herdenschutz (oft auch Herdenimmunität genannt). Die propagierte 2G-Regel, die die Stadt Hamburg seinen Unternehmen und Veranstaltern als Option anbietet, könnte auf sicherem Boden stehen. Wenn es denn korrekt ermittelte Werte wären.

Leider zeigten schon vor Monaten Zahlen aus Israel, Großbritannien, Massachusetts und Island, daß der Impfschutz bei der weltweit mittlerweile dominanten Delta-Variante des Coronavirus zwar gut vor Erkrankungen schützt. Aber die Weitergabe des Virus verhindern die gängigen Impfstoffe nur begrenzt. Inzidenzen wie sie Hamburgs Bürgermeister verbreitet, sind also extrem unrealistisch, um nicht zu sagen „Fake News“.

Hamburg hat keinen Beleg für die Zahlen

Einen Beleg für die Hamburger Inzidenzen blieb die Senatskanzlei der JF bisher schuldig. Daher können wir nur spekulieren. Wurde die Inzidenz wie deutschlandweit üblich ermittelt, sind unter den Getesteten vor allem Ungeimpfte. Denn eine Testpflicht besteht nur für Schüler oder Personen, die ungeimpft und nicht von Covid genesen ins Restaurant oder an andere beschränkte Orte wollen. Geimpfte hingegen müssen sich in der Regel nicht testen lassen und tun dies auch sehr selten. Die Inzidenz wird also in beiden Gruppen völlig unterschiedlich ermittelt und ist nicht vergleichbar. Weiter bezieht der Bürgermeister die Inzidenzen der beiden Gruppen auf die Gesamtbevölkerung, was ebenfalls die Werte erheblich verzerrt.

Klar ist nur: Die Inzidenz der Geimpften ist massiv untertrieben. Auch von denen, die sich eine oder mehrere Spritzen haben geben lassen, geht weiterhin eine Gefahr einer Corona-Cbertragung aus. Das Ziel solcher Behauptungen kann eigentlich nur sein, die ins stocken geratene Impfkampagne weiter zu befördern.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Foto: picture alliance
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