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Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm auf dem Weg zur „Sea-Watch 3“, Sea-Watch-Tweet
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm auf dem Weg zur „Sea-Watch 3“, Sea-Watch-Tweet Fotos: picture alliance/dpa/Evangelische Kirche in Deutschland | Annette Reuther / Twitter-Screenshot / JF-Montage

Auf Flüchtlingsschiff
 

EKD-Chef rät Sea-Watch, Antifa-Flagge einzuholen

BERLIN. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Flüchtlingsorganisation Sea-Watch aufgefordert, die Antifa-Flagge von ihrem Hilfsschiff Sea-Watch 4 im Mittelmeer zu entfernen. „Ich würde es ausdrücklich begrüßen, wenn die Flagge alsbald eingeholt wird, da die Diskussion darum das eigentliche Anliegen der Seenotretter zunehmend unsichtbar macht“, kritisierte der bayerische Landesbischof am Mittwoch gegenüber Evangelischen Pressedienst (epd).

Die EKD habe „eine glasklare Position für den Schutz von Menschenleben und für Gewaltfreiheit“, erläuterte Bedford-Strohm. „Wo Menschen unter dem Label des Antifaschismus Gewalt anwenden oder dazu aufrufen, macht mich das zornig.“ Das habe mit wirklichem Antifaschismus nichts zu tun. Gleichzeitig lobte der EKD-Chef die Flüchtlingshelfer. Die Sea-Watch 4 und ihre Besatzung retteten Menschenleben und seien erkennbar im Dienste der Nächstenliebe unterwegs.

Die „Antifa“-Fahne auf einem Mast der Sea-Watch 4 sorgt seit zwei Wochen für Kritik. Anfang der Woche hatten mehrere CDU-Politiker die EKD aufgerufen, sich von der linksextremen Bewegung zu distanzieren und die Organisation Sea-Watch aufzufordern, die Flagge abzunehmen.

Kritik aus der CDU

Die Crew der Sea-Watch 4 hatte Anfang April auf Twitter ein Foto veröffentlicht, das eine schwarze Flagge mit dem „Antifa“-Symbol auf einem Mast zeigt. Dazu schrieb der Verein: „Aufgrund der Stimmungsmache von AfD und anderen Rechten gegen eine Flagge der Antifaschistischen Aktion an unserem Bug, haben wir uns entschieden, diese zu entfernen. Sie hängt jetzt etwas sichtbarer weiter oben. Gern geschehen.“

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Das Schiff der Berliner Organisation war von dem Bündnis „United4Rescue“ erworben worden, in dem die EKD eine hervorgehobene Stellung einnimmt und sich finanziell an der Mission beteiligte. „United4Rescue“ hatte seit Dezember 2019 Spenden für den Erwerb eines Schiffes gesammelt. Im Januar 2020 bekam das Bündnis dann für 1,5 Millionen Euro in einem Bieterverfahren den Zuschlag für das Schiff – zusammen mit der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch.

Eine EKD-Sprecherin hatte auf Nachfrage der evangelischen Nachrichtenagentur Idea daraufhin geantwortet: „Bei allen Anfragen rund um die Sea-Watch 4 wenden Sie sich bitte an Sea-Watch.“ Diese teilte der Welt auf die Frage, ob sich eine Mehrheit der Sea-Watch-Mitarbeiter zur „Antifa“-Szene zähle, mit: „Unsere Crew-Mitglieder haben verschiedenste Hintergründe und Motivationen, sich aktiv bei uns einzubringen. Antifaschisten sind wir alle.“

AfD will Gemeinnützigkeit prüfen lassen

Bereits zuvor hatte der Berliner AfD-Abgeordnete Thorsten Weiß einen Antrag auf Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Berliner Vereins sowie Akteneinsicht gestellt. Einen entsprechenden Brief habe er am vergangenen Dienstag aufgegeben, sagte Weiß der JUNGEN FREIHEIT. Zudem kündigte er an, auch „United4Rescue“ ins Visier zu nehmen und möglicherweise ebenfalls eine Aberkennung zu beantragen.

Die EKD engagiert sich seit Jahren für private Vereine, die sich für Migranten auf dem Weg nach Europa einsetzen. Zuletzt segnete der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, Tobias Bilz, ein neues Schiff der Dresdner Organisation „Mission Lifeline“.

Bedford-Strohm wirbt schon seit längerem für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer. Die Seenotrettung sei Christenpflicht, betonte er im vergangenen Jahr. „Es machen sich unvermindert Schlauchboote auf den Weg – entsprechend werden laufend Seenotfälle gemeldet, und es gibt Berichte über Bootsunglücke“, beklagte der EKD-Chef im vergangenen Jahr. Solange es keine staatliche Seenotrettung gebe, „werden wir in der Unterstützung der privaten Seenotrettungsorganisationen nicht nachlassen“. (ls/krk)

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm auf dem Weg zur „Sea-Watch 3“, Sea-Watch-Tweet Fotos: picture alliance/dpa/Evangelische Kirche in Deutschland | Annette Reuther / Twitter-Screenshot / JF-Montage
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