Joachim Kuhs
Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gibt Fehler bei der Erstellung ihres Lebenslaufes zu Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gibt Fehler bei der Erstellung ihres Lebenslaufes zu Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber

Kanzlerkandidatin der Grünen
 

„Das war Mist“: Baerbock gesteht Fehler bei Lebenslauf ein

BERLIN. Die Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat Fehler bei der Erstellung ihres Lebenslaufes eingeräumt. „Meinen Lebenslauf habe ich knapp und komprimiert veröffentlicht und dabei unwillentlich einen mißverständlichen Eindruck erweckt, den ich nicht erwecken wollte. Das war Mist“, äußerte sie am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Die 40jährige betonte, die falschen Angaben zu Mitgliedschaften in internationalen Organisationen wie dem UN-Flüchtlingshilfswerks und dem „German Marshall Fund“ täten ihr leid und seien nicht beabsichtigt gewesen. „Es hätte unbedingt einer gründlichen Kontrolle der Angaben bedurft. Das ist meine Verantwortung und diese Lektion habe ich jetzt, haben wir jetzt gelernt.“

Unterdessen berichtete die Welt, daß Baerbock bereits vor einigen Jahren ihren Lebenslauf nachträglich geändert habe. Im August 2011 habe sich die Politikerin auf ihrer Homepage als „wiss. Mitarbeiterin am British Institute of Comparative and Public International Law (2005)“ bezeichnet. Mittlerweile wurde aus der wissenschaftlichen Mitarbeiterin ein „Trainee“ (Auszubildender). Die Seite sei zwischen August 2011 und Juli 2013 nicht archiviert worden, weswegen der Zeitpunkt der Änderung nicht genau festgestellt werden könne.

Baerbock erntet Kritik vom Deutschen Lehrerverband

Das „British Institute of Comparative and Public International Law“ ist im Internet nicht auffindbar, nur ein „British Institute of International and Comparative Law“. Eine Grünen-Sprecherin räumte gegenüber dem Blatt ein, daß Baerbock bei der letztgenannten Einrichtung 2005 ein Praktikum absolviert habe. „Das war zunächst falsch übersetzt worden, später wurde deshalb der englische Begriff verwendet.“

In den vergangenen Tagen waren immer neue Unstimmigkeiten in Baerbocks Vita bekannt geworden. Dabei ging es neben Mitgliedschaften auch um Tätigkeiten innerhalb der Partei und ihre akademische Ausbildung.

Am Dienstag hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, Baerbock attackiert. Zuvor hatte sie wegen der Corona-Pandemie von 15 Monaten Bildungsausfall gesprochen. Das sei „ein unzulässiges Pauschalurteil“, empörte sich Meidinger. (ag)

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gibt Fehler bei der Erstellung ihres Lebenslaufes zu Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
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