Annette Widmann-Mauz (CDU)
Annette Widmann-Mauz (CDU): „Deutlich machen, daß Vielfalt auch notwendig“ Foto: picture alliance / AA
Integrationsbeauftragte

Widmann-Mauz: „Migration ist notwendig und eine Tatsache“

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat Einwanderung und Multikulturalismus als Notwendigkeit und Bereicherung gelobt. „Wichtig ist, daß wir deutlich machen, daß Vielfalt auch notwendig und wichtig ist, eine Bereicherung für uns sein kann, daß wir Menschen, die unterschiedlicher Religion und unterschiedlicher Herkunft sind, nicht als Bedrohung, sondern als Mitmenschen wahrnehmen“, sagte Widmann-Mauz am Montag morgen im Deutschlandfunk.

Mittlerweile habe jeder Vierte in Deutschland einen Einwanderungshintergrund. „Sie haben große Verdienste für unser Land und das müssen wir auch im Alltag immer wieder zum Ausdruck bringen.“ Es gebe viele Migranten, die Angst hätten. „Sie fühlen sich nicht sicher und ihnen müssen wir kurzfristig die Hilfe angedeihen lassen, die notwendig ist“, mahnte Widmann-Mauz.

Dazu wolle die CDU-Politikerin ein Hilfetelefon einrichten, „damit Menschen, die  Rassismus im Alltag erfahren, die bedroht werden oder Menschen, die sehen, wie andere Menschen rassistisch angegangen werden, kompetent und anonym Hilfe bekommen“. Sie habe ihre Mittel dafür bereits verdreifacht, das reiche ihrer Ansicht nach aber nicht aus.

Interkulturelle Kompetenz müsse gestärkt werden

Aussagen wie die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wonach die Migration die Mutter aller Probleme sei, seien „nicht hilfreich“ und beförderten eine bestimmte Stimmungslage. „Wir müssen sehr sensibel mit Sprache umgehen“, forderte sie. „Migration ist notwendig, sie ist eine Tatsache und deshalb brauchen wir sie nicht bewerten, sondern wir müssen alles dafür tun, daß sie zu einem guten Zusammenleben führt.“ Dafür müßten die Bildung und die interkulturelle Kompetenz gestärkt werden.

Unterdessen hat Seehofer angekündigt, einen „Unabhängigen Expertenkreis Islamfeindlichkeit“ zu gründen. Dieser solle so arbeiten wie ähnliche Gremien bei Antisemitismus und Antiziganismus. Der Expertenkreis werde auf mehrere Jahre angelegt und soll „aktuelle und sich wandelnde Erscheinungsformen von Muslim- und Islamfeindlichkeit eingehend analysieren und auf Schnittmengen mit antisemitischen Haltungen sowie anderen Formen gruppenbezogener Vorurteile und Ausgrenzungen hin untersuchen“. (ls)

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