Sey-Eye im Einsatz im Mittelmeer mit Migrantenhilfsschiff Alan Kurdi
Sey-Eye im Einsatz im Mittelmeer mit Migrantenhilfsschiff Alan Kurdi (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa/Sea Eye | Pavel D. Vitko

Sea-Eye 4
 

„United4Rescue“ finanziert weiteres Migrantenhilfsschiff

BERLIN. Das maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierte Bündnis „United4Rescue“ hat mit der Vorbereitung eines weiteren Flüchtlingshilfsschiffs begonnen. Mit Unterstützung der Vereinigung hatte der Regensburger Verein Sea-Eye vor kurzem ein ehemaliges Versorgungsschiff gekauft, das nun für die Migrationsaufnahme im Mittelmeer umgebaut werden soll, berichtet der Evangelische Pressedienst.

Ziel sei es, das Schiff spätestens Anfang Februar fertigzustellen und ins Mittelmeer zu überführen, sagte der Sea-Eye-Vorsitzende Gordon Isler. „Im März oder April könnte die Sea-Eye 4 dann zu ihrer ersten Mission starten.“ Die Anschaffung des Schiffs, der Umbau und die Überführung würden rund eine halbe Million Euro kosten, die mit Spenden finanziert werden sollen.

Anders als die Alan Kurdi, die ebenfalls von Sea-Eye betrieben wird und als Hamburger Schiff registriert ist, soll die Sea-Eye 4 Regensburg als ihren Heimathafen bekommen. Die Hansestadt habe nicht deutlich gemacht, daß ihr das Thema Menschenrettung viel bedeute, kritisierte Isler. „Außer warmen Worten kommt da nicht viel.“ Dies habe sich in der Debatte um die Aufnahme von Migranten aus dem griechischen Lager Moria gezeigt.

Weiteres „United4Rescue“-Schiff von italienischen Behörden festgesetzt

Auch für „United4Rescue“ ist die Sea-Eye 4 das zweite Schiff, das von dem Bündnis finanziert wird. Die Sea-Watch 4 ist derzeit zusammen mit weiteren Flüchtlingshilfsschiffen von italienischen Behörden festgesetzt. Der scheidende Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, hatte diese mehrfach aufgefordert, das Schiff freizugeben. Nichtregierungsorganisationen zufolge befindet sich derzeit nur die spanische Open Arms im Einsatz. Fünf andere Schiff dürften nicht auslaufen.

Das Engagement der EKD für die private Seenotrettung hatte intern nicht nur für Zustimmung gesorgt. Der Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher hatte in einem Leserbrief geschrieben, Christen seien nur dann in der Pflicht, andere zu retten, wenn sie direkt vor Ort seien. Für die Lösung struktureller Probleme sei hingegen die Politik zuständig. Der Nürnberger Kirchenvorstand beorderte Dreher daraufhin von seinem Posten ab. (ls)

Sey-Eye im Einsatz im Mittelmeer mit Migrantenhilfsschiff Alan Kurdi (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa/Sea Eye | Pavel D. Vitko
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