Jürgen Trittin (Grüne)
Jürgen Trittin (Grüne) Foto: picture alliance/Swen Pförtner/dpa
„Vogelschiß-Rhetorik“

Trittin wettert gegen designierten US-Botschafter wegen Kritik an deutscher Asylpolitik

BERLIN. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin hat Äußerungen des designierten US-Botschafters Douglas Macgregor über die deutsche Einwanderungspolitik kritisiert. Der künftige diplomatische Vertreter der USA in der Bundesrepublik hatte unter anderem die Aufnahme moslemischer Asylbewerber und den „kranken“ Umgang Deutschlands mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit beanstandet. „Macgregor ist in seinen Äußerungen direkt anschlußfähig an die Vogelschiß-Rhetorik eines Gaulands“, schrieb Trittin auf Twitter.

MacGregor leugne den Holocaust und spreche von „muslimischen Invasoren“. Der künftige Botschafter offenbare eine Mentalität, die ganz im Sinne des US-Präsidenten Donald Trump sei, mahnte Tritten, der für die Grünen im Auswärtigen Ausschuß sitzt. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland hatte 2018 gesagt, Hitler und die Nazis seien nur ein Vogelschiß in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.

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Der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Uwe Junge (AfD) hingegen lobte die Aussagen MacGregors. „Der Mann war Stabsoffizier und Kriegsteilnehmer. Er ist gewohnt, die Sachverhalte zu erkennen, die Lage realistisch zu bewerten und daraus Maßnahmen folgerichtig abzuleiten! Fähigkeiten, die unseren Polit-Ideologen völlig fremd sind“, machte Junge auf Twitter deutlich.

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MacGregor beanstandete Ausgaben der EU für Flüchtlinge

Douglas Macgregor
Douglas Macgregor Foto: wikimedia.org/BMG-2048/cc

Der designierte US-Botschafter hätte 2016 in einem Radiointerview die deutsche Einwanderungspolitik kritisiert, berichtete die Welt. Diese sei eine „schlechte Sache“ für den Westen. „Diese Menschen kommen nicht, um sich zu assimilieren und Teil Europas zu werden. Sie kommen, um davon zu profitieren, um zu konsumieren und sich in den Ländern anderer Menschen niederzulassen, mit dem Ziel, Europa schließlich in einen islamischen Staat zu verwandeln“, hatte er damals gewarnt.

Im Jahr zuvor habe er der EU vorgeworfen, Migranten teure und luxuriöse Sozialleistungen zu gewähren. Statt das Geld für das Militär auszugeben, finanziere es „unerwünschte Eindringlinge“.

Art und Weise deutscher NS-Vergangenheitsbewältigung sei „krank“

Zudem klagte MacGregor über den Umgang Deutschlands mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. „Es gibt eine kranke Mentalität, daß Generationen nach Generationen die Sünden dessen sühnen müssen, was in 13 Jahren deutscher Geschichte geschehen ist, und die anderen 1.500 Jahre Deutschland werden ignoriert“, schilderte er 2018. Dabei käme dem Land eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der westlichen Zivilisation zu.

Anfang Juni war der bisherige US-Botschafter Richard Grenell zurückgetreten. Ende Juli hatte Trump MacGregor zu seinem Nachfolger ernannt. Dieser muß nun in seinem Amt vom US-Senat bestätigt werden. (zit)

Jürgen Trittin (Grüne) Foto: picture alliance/Swen Pförtner/dpa

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