Kabarettistin Lisa Eckhart
Kabarettistin Lisa Eckhart Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com
Veranstalter beugt sich dem Druck

Kabarettistin nach linksextremen Drohungen von Literaturfestival ausgeladen

HAMBURG. Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart ist vom Hamburger Literaturfestival „Harbour Front“ ausgeladen worden. Kritiker hatten der Frau zuvor vorgeworfen, rassistische und antisemitische Klischees zu verbreiten. „Es ist unseres Erachtens nach sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, daß sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, daß sich der Protest schon formiert“, begründete der Veranstalter in einer E-Mail, die dem Spiegel vorliegt.

Im „bekanntlich höchst linken Viertel“ würde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch Polizeischutz werde nicht in Erwägung gezogen, weil „die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen“ könne.

Eckhart hätte am 14. September im Klub „Nochtspeicher“ nahe der Hafenstraße aus ihrem Buch „Omama“ lesen sollen. Dieses war beim „Harbour Front“ für den „Klaus-Michael-Kühne-Preis“ als bestes deutschsprachiges Romandebüt des Jahres nominiert.

Veranstalter beugte sich dem Druck des „schwarzen Blocks“

Die Festivalleitung habe die Kabarettistin zunächst gebeten, freiwillig auf ihre Teilnahme zu verzichten. Das lehnten Eckhart und ihr Verlag jedoch ab. Noch bevor sich der Veranstalter an Eckhart gewandt habe, hätten zwei Autoren angekündigt, nicht mit der Künstlerin aufzutreten.

Daraufhin habe der Klub versucht, das Programm anzupassen und der Kabarettistin eine Solo-Vorlesung zu ermöglichen. Nach Drohungen des linksextremen„schwarzen Blocks“ sei aber auch diese Lösung fallen gelassen worden. (zit)

Kabarettistin Lisa Eckhart Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

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