Schleswig-Holstein

Uni Kiel: Moslemische Studentin will gegen Schleierverbot klagen

KIEL. Der Streit um das Tragen von Gesichtsschleiern an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel geht in die nächste Runde. Eine moslemische Studentin kündigte an, das Verbot der Hochschulleitung nicht zu akzeptieren und juristisch dagegen vorzugehen, berichten die Kieler Nachrichten.

Laut ihrer Aussage hätten sich bereits mehrere Anwälte des Falles angenommen und ein Verein, „der sich für religiös Diskriminierte“ einsetzt, unterstütze sie finanziell. Das Schleierverbot der CAU stelle einen Eingriff in die persönliche Entfaltung dar und verstoße gegen das Grundgesetz. Außerdem hindere es sie an der ungestörten Religionsausübung. Sie betrachte das Tragen eines Gesichtsschleiers „in allererster Linie als Gottesdienst, durch den ich mich Gott nähere“.

Uni: Schleier verhindert offene Kommunikation

In der Begründung der Universität heißt es, der Schleier verhindere die offene Kommunikation in den Lehrveranstaltungen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte bereits vor zehn seine Einschätzung zu dem Thema abgegeben: „Im Unterricht – ob in der Schule oder an einer Uni – ist das Gesichtzeigen pädagogisch und lerntechnisch unverzichtbar.“ Die Studentin der Ernährungswissenschaft betonte, die meisten Professoren hätten sich nicht an ihrer Verhüllung gestört.

Die 21 Jahre alte Frau gab an, vor gut drei Jahren zum Islam konvertiert zu sein, zuvor sei sie evangelikale Christin gewesen. Durch die Beschäftigung mit dem Islam habe sie festgestellt, „daß der Koran nicht von einem Menschen erfunden werden konnte und der Prophet Mohammed ebenso nur die Wahrheit gesprochen haben muß“. (ag)

Der islamische Gesichtsschleier läßt nur die Augen frei Foto: picture alliance / NurPhoto

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