Grünen-Chefin Annalena Baerbock (links) und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bei der 18-Uhr-Prognose Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
Ticker zur EU-Wahl

SPD stürzt ab / Jubel bei den Grünen / AfD legt zu

Europa hat gewählt: Wer ist Gewinner, wer Verlierer? Wie hat die europäische Rechte abgeschnitten und wer hat aus Deutschland den Sprung ins EU-Parlament geschafft? Verfolgen Sie den Abend im JF-Wahlticker.

22.30 Uhr: Wir beenden für heute unseren Wahlticker. Weitere Ergebnisse, Analysen und Einschätzungen zur Europawahl, aber auch zur Wahl der Bremer Bürgerschaft sowie den Kommunalwahlen, vor allem in Sachsen, Thüringen und Brandenburg, lesen Sie morgen hier bei JF-Online. Danke fürs Vorbeischauen – und kommen Sie gut in die neue Woche. (krk)

22.25 Uhr: „Die EU-Wahl bescherte den Grünen einen Bombensieg. Es ist das stärkste Ergebnis ihrer Geschichte auf Bundesebene. Eine seit Monaten laufende konzertierte Mega-Kampagne, die den Medienhype nach dem japanischen Reaktorunglück in Fukushima noch fast toppte, trug Früchte“, kommentiert JF-Chefredakteur Dieter Stein.

22.20 Uhr: Die Fidesz-Partei von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat wie schon vor fünf Jahren die absolute Mehrheit der Stimmen geholt. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen kommt Fidesz auf 52,3 Prozent (plus 0,8 Prozentpunkte). Die sozial-liberale Demokratische Koalition wurde zweitstärkste Kraft mit 16,3 Prozent (plus 6,6 Prozentpunkte). Jobbik verlor dagegen über die Hälfte ihrer Wähler. Sie rutschte von 14,7 Prozent auf 6,5 Prozent ab, berichtet die Zeitung Magyar Nemzet.

21.57 Uhr: EU-Wahl in Polen:

Recht und Gerechtigkeit (PiS): 42,4 Prozent (plus 6,6)
Europäische Koalition: 39,1 Prozent (plus 0,2)

Hochrechnung ARD 21.43 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28,3 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,6 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 20,3 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,4 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,8 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,4 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,1 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,4 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,4 Prozent (1,2 Prozent)
Familie 0,7 Prozent (0,7 Prozent)
ÖDP: 1,0 Prozent (0,6 Prozent)
Piraten: 0,7 Prozent (1,4 Prozent)

Hochrechnung ARD 21.43 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28,8 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,5 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 20,6 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,4 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,8 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,4 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,4 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,6 Prozent (1,2 Prozent)
Familie 0,7 Prozent (0,7 Prozent)
ÖDP: 1,0 Prozent (0,6 Prozent)
Piraten: 0,8 Prozent (1,4 Prozent)

21.21 Uhr: Die Schwedendemokraten können laut einer Prognose des schwedischen Fernsehens stark zulegen. 17 Prozent bedeuten einen Zugewinn um sieben Prozentpunkte. Stärkste Kraft bleiben demnach die Sozialdemokraten mit 25 Prozent (plus ein Prozentpunkt) vor der „Moderaten Partei“, die Teil der Europäischen Volkspartei ist und auf 18 Prozent (plus vier Prozentpunkte) kommt.

20.16 Uhr: Nach der Auszählung von etwa einem Fünftel der sächsischen Stimmzettel zur Europawahl kommt die AfD laut Sächischer Zeitung zunächst auf 31,4 Prozent, die CDU auf 27. Die Linke hat zunächst 9,4 Prozent, die SPD 7,4 Prozent. Für die Grünen stehen 5 Prozent zu Buche, für die FDP 4,5 Prozent. „Auch in Dresden hat die AfD hat bei der Europawahl nach einem Zwischenergebnis die meisten Stimmen erhalten. Nach der Auszählung von 151 von 504 Wahlkreisen holte die Partei 22,1 Prozent aller Stimmen in der Landeshauptstadt. 2014 lag sie noch bei 9,5 Prozent.“

Künftiger AfD-Europaabgeordneter Nicolaus Fest zu JF-TV

 

20.09 Uhr: In Frankreich zeichnet sich ein Sieg für die Nationale Sammlungsbewegung (Rassemblement National) ab. Laut der Prognose des Meinungsforschungsinstituts Ipsos kommt die Partei von Marine Le Pen auf 23,2 Prozent der Stimmen. Das ist ein leichter Rückgang von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zur vergangenen Wahl. Die Partei von Staatspräsident Emmanuel Macron. La République en Marche kommt demnach auf 21,9 Prozent. Die Republikaner, die unter dem Namen UMP 2014 mit 20,8 Prozent noch zweitstärkste Kraft hinter dem damaligen Front National wurden, kommen nun nur noch auf 8,3 Prozent. Die Sozialisten fallen von 14 Prozent 2014 auf 6,7 Prozent. Die Grünen legen laut anderen Hochrechnungen um 3,5 Punkte auf 12,5 Prozent zu.

Hochrechnung ARD 19.59 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28,8 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,5 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 20,6 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,4 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,8 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,4 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,4 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,6 Prozent (1,2 Prozent)
Familie 0,7 Prozent (0,7 Prozent)
ÖDP: 1,0 Prozent (0,6 Prozent)
Piraten: 0,8 Prozent (1,4 Prozent)


19.55 Uhr: Die WerteUnion, ein Zusammenschluß konservativer Politiker und Mitglieder von CDU und CSU, forderte nach dem schwachen Abschneiden der Union Konsequenzen. „Das schlechteste Wahlergebnis bei einer bundesweiten Wahl überhaupt zeigt deutlich auf, daß die Kanzlerin und die GroKo in den Augen der Wähler gescheitert sind und dass der notwendige Wechsel an der Parteispitze der CDU alleine nicht ausreichte, um verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen“, sagte der Vorsitzende der WerteUnion, Alexander Mitsch. „Aus Sicht der WerteUnion müssen dem umgebildeten Bundeskabinett zwingend Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz angehören.“

Guido Reil (AfD) zu JF-TV

19.40 Uhr: AfD-Chef Jörg Meuthen kündigt an, seine Partei werde auch nach der Affäre um das Strache-Video weiter mit der FPÖ zusammenarbeiten. Man lasse sich nicht auseinanderdividieren.

19.29 Uhr: Die NPD liegt derzeit laut Hochrechnungen deutlich unter 0,5 Prozent. Damit hätte sie künftig keinen Abgeordneten mehr im EU-Parlament. Bei der vergangenen EU-Wahl hatte sie 1 Prozent erhalten und ihren früheren Vorsitzenden Udo Voigt ins Parlament entsendet. Mit dem Ausscheiden Voigts würde die NPD ihren letzten hauptamtlichen Abgeordneten verlieren.

Hochrechnung ARD 19.28 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28,6 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,3 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 20,9 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,4 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,8 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,4 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,3 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,5 Prozent (1,2 Prozent)
Familie 0,8 Prozent (0,7 Prozent)
ÖDP: 1,1 Prozent (0,6 Prozent)

19.13 Uhr: Unions-Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU): Wir werden nun im Parlament für die Ziele kämpfen, mit denen wir in den Wahlkampf gezogen sind: Grenzschutz, Ende der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und besserer Klimaschutz.

19.05 Uhr: SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley: Ich bin tief enttäuscht vom Ergebnis. Ich habe alles gegeben, was ich konnte.

19.02 Uhr: Sitzverteilung laut aktueller Hochrechung:

CDU: 21
CSU: 7
SPD: 15
Grüne: 21
Linkspartei: 6
AfD: 10
FDP: 6
Freie Wähler: 2
Die Partei: 2
Tierschutz: 1
Familie: 1
ÖDP: 1

Hochrechnung ARD 18.57 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28,3 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,2 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 21,1 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,6 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,6 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,6 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,5 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,6 Prozent (1,2 Prozent)
Familie 1,0 Prozent (0,7 Prozent)
ÖDP: 1,0 Prozent (0,6 Prozent)

18.55 Uhr: AfD-Chef Alexander Gauland: Zweistelliges Ergebnis sei „sehr gut“. Die AfD habe mit einem schwierigen Wahlkampf zu kämpfen gehabt, unter anderem wegen des Strache-Videos und der Brexit-Diskussion. Zudem sei der Wahlkampf behindert worden. Man habe kaum Veranstaltungsorte buchen oder Kundgebungen abhalten können. Vor diesem Hntergrund sei er mit einem zweistelligen Ergebnis sehr zufrieden.

SPD-Chefin Andrea Nahles bei ihrer Stellungnahme zum Abschneiden bei der EU-Wahl Foto: picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa

18.50 Uhr: SPD-Chefin Andrea Nahles: Ergebnisse für die SPD „extrem enttäuschend“. Der Partei sei es nicht gelungen, aus den Umfragetief herauszukommen. Nahles gratulierte den Grünen, die zum ersten mal bei einer deutschlandweiten Wahl vor der SPD gelandet seien. Die SPD-Chefin kündigte deshalb an, in Zukunft voll auf das Thema Klimaschutz zu setzen.

Hochrechnung ARD 18.43 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 27,9 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,4 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 21,7 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,5 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,4 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,6 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,5 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,6 Prozent (1,2 Prozent)

18.33 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer: Union ist angetreten mit einem klaren Ziel: Stärkste Partei zu werden, um Manfred Weber (CSU) Rückenwind für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission zu geben. Dieses Wahlziel haben wir erreicht.

18.28 Uhr: Paul Ziemiak: Das ist ein Ergebnis, das uns in keinster Weise zufrieden stellt. Aber: Wir sind mit Abstand die stärkste politische Kraft in Deutschland.

18.26 Uhr: Linken-Chefin Katja Kipping zur EU-Wahl aber auch zu den Ergebnissen in Bremen: Die Groko ist jetzt nur noch mikro.

18.25 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck: Das zögernde Verhalten der Großen Koalition beim Klimaschutz habe zu den schwachen Ergebnissen von Union und SPD geführt. Es gebe eineen klaren Wunsch nach einer anderen Politik.

18.22 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller in der ARD: Wir werden für unser Thema, den Klimaschutz, im EU-Paralment streiten. Zudem wolle man die direkte Demokratie ausbauen. Über mögliche Koalitionen mit der EVP oder den Sozialdemokraten scheigt sich Keller aus.

Hochrechnung ARD 18.16 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 27,9 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,6 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 21,8 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,5 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,5 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,5 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,2 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,6 Prozent (0,6 Prozent)
Tierschutz 1,4 Prozent (1,2 Prozent)

18.16 Uhr: Laut dem Leiter des ARD-Wahlstudios, Jörg Schönenborn, ist der Erfolg der Grünen vor allem auch auf die jüngeren Wählerschichten zurückzuführen. Hier habe die Partei überproportional abgeschnitten.

18.13 Uhr: AfD-Chef und Spitzenkandidat Jörg Meuthen: Wir wollen die Union endlich wieder in den Dienst der Menschen stellen. Wir haben jetzt eine bärenstarke Truppe in Brüssel. Laut Meuthen hätte die AfD nach dem derzeitigen Stand der Prognosen zehn Abgeordnete im EU-Parlament.

18.08 Uhr: EU-Kommissar Günther Oettinger gibt sich im ARD-Wahlstudio enttäuscht. Man könne nicht zufrieden sein mit dem Ergebnis. Durch das schwache Abschneiden von Union, SPD udn FDP nehem Deutschlands Einfluß in der EU ab. Einziger Lichtblick: Auch die rechten Parteien hätten nicht besonders zulegen können.

Gespanntes Warten bei der AfD kurz vor der ersten Prognose Foto: JF

18.06 Uhr: Sowohl für die Union als auch für die SPD sind es die schlechtesten Ergebnisse bei einer deutschlandweiten Wahl seit 1949.

18.02 Uhr: In Österreich ist die ÖVP laut einer Trendprognose mit 37,5 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die Partei von Kanzler Sebastian Kurz gewann demnach 7,5 Prozentpunkt dazu. Die FPÖ verlor nach dem Strache-Video 2,2 Punkte und erhielt 17, 5 Prozent. Auf Platz 2 landete die SPÖ mit 23,5 Prozent (minus 0,6). Auch die Grünen verloren leicht und erzielten 13,5 Prozent (minus 1). Die Neos verloren 0,1 Punkte und landeten bei 8 Prozent.

Prognose ARD 18.00 Uhr (in Klammern das Ergebnis von 2014):

Union: 28 Prozent (35,3 Prozent)
SPD: 15,5 Prozent (27,3 Prozent)
Grüne: 22 Prozent (10,7 Prozent)
Linkspartei: 5,5 Prozent (7,4 Prozent)
AfD: 10,5 Prozent (7,1 Prozent)
FDP: 5,5 Prozent (3,4 Prozent)
Freie Wähler: 2,1 Prozent (1,5 Prozent)
Die Partei: 2,6 Prozent (0,6 Prozent)

Damit sind die Grünen der große Gewinner der Wahl. Aber auch die AfD kann sich über einen großen Stimmenzuwachs freuen. Die SPD hingegen ist der Verlierer. Sie büßt wohl zweistellig ein. Doch auch die Union hat keinen wirklichen Grund zum Jubel. CDU und CSU bleiben deutlich hinter ihrem Ergebnis von 2014. (krk)

 

Grünen-Chefin Annalena Baerbock (links) und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bei der 18-Uhr-Prognose Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles