Treffen mit Erdogan

Bericht: Gündogan ist nur deutscher Staatsbürger

FRANKFURT/MAIN. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat doch keinen türkischen Paß. Das ist das Ergebnis einer Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beim DFB. Dieser teilte dem Blatt mit, daß Gündogan nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitze.

Gündogan hatte zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil vergangenen Monat für Schlagzeilen gesorgt, als er sich in einem Londoner Hotel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan traf und diesem ein Trikot seines Vereins Manchester City überreichte.

„Mit großem Respekt für meinen Präsidenten“

Anders als Özil schrieb Gündogan zusätzlich auf sein Trikot: „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten.“ Zu diesem Zeitpunkt waren alle Medien übereinstimmend davon ausgegangen, daß Gündogan – anders als Özil – sowohl den deutschen als auch den türkischen Paß besitzt.

Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte die beiden Spieler für ihr Verhalten kritisiert. „Der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden“, schrieb Grindel auf Twitter. Deshalb sei es „nicht gut, daß sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver mißbrauchen lassen“. Der Integrationsarbeit des DFB hätten die beiden Spieler damit keinen Gefallen getan.

Daraufhin rügte der Präsident des türkischen Fußballverbands, der Erdogan-Vertraute Yildirim Demirören, Grindel. Die „diffamierenden Aussagen“ habe er mit tiefer Bestürzung zur Kenntnis genommen, sagte Demirören „Die Ansichten des DFB-Vorsitzenden sind in keinster Weise hinzunehmen“ (tb)

Gündogan überreicht Erdogan sein Trikot mit Widmung Foto: Twitter/AKP

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