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Uwe Kamann
Uwe Kamann im Bundestag Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundestag
 

AfD-Abgeordneter Kamann verläßt Fraktion und Partei

BERLIN. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Uwe Kamann wird die Fraktion und Partei verlassen. Dies kündigte der Politiker in einer Mail an seine Fraktionskollegen an. Die Gründe hierfür seien „vielfältiger Art und haben mich in der Summe und im Zeitverlauf bewogen, meinen Entschluß zu festigen“, schreibt der Abgeordnete aus Aachen.

In seiner Mail kritisiert er, die „notwendigen politischen Rahmenbedingungen für die digitale Transformation“, an die er „fest glaube“, spielten in der AfD „leider nur eine untergeordnete Rolle“. Künftig wolle er sich als fraktionsloser Abgeordneter „weiter hierfür im Rahmen meiner Möglichkeiten einsetzen“. Weiter heißt es: „Ich habe einige tolle Menschen in der AfD kennen- und schätzen gelernt, welche ich nicht missen möchte. Allerdings leider in der Mehrzahl halt nicht. Aber man sollte immer das positive in Erinnerung halten.“

Hohe Nebenverdienste

Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT hatte es allerdings in der Landesgruppe NRW immer wieder Unstimmigkeiten zwischen einer Mehrheit der Abgeordneten und Kamann gegeben. So war etwa kritisiert worden, daß entgegen der Beschlußfassung zum Thema Nebentätigkeiten Kamann weiter als Geschäftsführer seiner Firma tätig blieb. Kamann war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar. Nachdem die JF über seinen Austritt berichtet hatte, machte Kamann seine Entscheidung jedoch auch per Pressemitteilung öffentlich.

Der 60 Jahre alte Politiker war im vergangenen Jahr auf Listenplatz 9 der NRW-Landesliste in den Bundestag eingezogen. Dort saß er für die Partei im Digital-Ausschuß. Der Partei gehörte er seit Februar 2014 an. 2006 hatte Kamann eine IT-Firma gegründet, deren Hauptaktionär er nach wie vor ist. Zu den Schwerpunkten der Firma gehören nach eigenen Angaben „IT Sourcing“ und „Digitale Strategien“.

Im Bundestag zählt Kamann dadurch zu den Abgeordneten mit den höchsten Nebenverdiensten. Laut einer Analyse von abgeordnetenwatch.de kam er so in den ersten acht Monaten der Legislaturperiode auf Nebeneinkünfte in Höhe von 165.000 Euro.

„Wir bedauern den Austritt von Uwe Kamann ausdrücklich. Er hat die Fraktion durch seine Fachkompetenz und durch seinen engagierten Einsatz für die Ziele der AfD bereichert“, teilte ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion mit. (vo/krk)

Uwe Kamann im Bundestag Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
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