Spitzel-Broschüre

Verdi-Chef Bsirske distanziert sich von Aufruf zur Schnüffelei

BERLIN. Verdi-Chef Frank Bsirske hat sich von einer Broschüre seiner Gewerkschaft distanziert. Darin waren Verdi-Mitglieder aufgerufen worden, ihre Kollegen in Betrieben über mögliche rechtspopulistische Ansichten oder Parteimitgliedschaften auszuspionieren.

„Mitglieder wegen ihrer politischen Haltung auszuschnüffeln, entspricht dabei nicht dem Selbstverständnis von Verdi und kann und wird für die Organisation niemals handlungsleitend sein“, teilte Bsirske am Freitag mit.

Er reagierte damit auf eine Handlungsempfehlung des niedersächsischen Verdi-Verbandes zum Umgang mit sogenannten Rechtspopulisten. Die darin empfohlenen Methoden würden nicht toleriert, versicherte der Verdi-Chef.

Vorwurf von Stasi-Methoden

Nachdem die Broschüre im Internet veröffentlich worden war, hatte es massive Proteste gegen die Handlungsempfehlung gegeben. Auch wurde der Vorwurf laut, Verdi bediene sich Stasi-Methoden.

Verdi erfasse keine Parteimitgliedschaft von Mitgliedern. Sollten Verdi-Mitglieder sich für die AfD oder rechtspopulistische Parteien und Organisationen engagieren, setze Verdi auf eine inhaltliche Auseinandersetzung, sagte Bsirske.

Ob der niedersächsische Verband seine Handlungsempfehlung nun zurückzieht, ist unklar. Der Sprecher des Verbandes war am Freitag auf Anfrage der JF nicht zu erreichen. (krk)

Verdi-Chef Frank Bsirske Foto: picture alliance/dpa

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