Mittelmeer
Afrikanische Bootsflüchtlinge im Mittelmeer Foto: picture alliance/AA

Mittelmeer-Route
 

CSU-Vize: „EU muß Schleuser notfalls mit Waffengewalt bekämpfen“

MÜNCHEN. Der stellvertretende CSU-Chef Manfred Weber hat ein energischeres Vorgehen der Europäischen Union gegen Schleuser gefordert. „Das unmenschliche Geschäft der Schlepper-Mafia muß notfalls mit Waffengewalt bekämpft werden, auch um die Flüchtlinge zu schützen“, sagte der Vorsitzende der christdemokratischen EVP-Fraktion im EU-Parlament der Bild-Zeitung.

An der EU-Außengrenze dürfe es keine rechtsfreien Räume geben. Um dies zu verhindern, könnten etwa Nato-Schiffe im Mittelmeer vor Libyen patrouillieren. „Das allein würde schon viele Schleuser abschrecken.“

Weber fordert UN-Mandat

Überdies müsse die EU-Grenzschutzagentur Frontex auf bis zu 10.000 Mann aufgestockt werden, forderte Weber. Die EU-Staaten hätten im Kampf gegen Schlepper bisher nur halbherzig gehandelt. 2017 kamen mehrere zehntausend illegale Einwanderer pro Monat über Libyen nach Italien.

Der CSU-Politiker sprach sich dafür aus, ähnlich vorzugehen, wie bei der Bekämpfung der Piraten vor Somalia. „Es braucht ein UN-Mandat, um auch in libyschen Gewässern operieren zu können. Dort könnten Schlepper bekämpft werden, wenn sie ihre Boote nach Libyen und an Land bringen, bevor sie Flüchtlinge aufnehmen.“ (ls)

Afrikanische Bootsflüchtlinge im Mittelmeer Foto: picture alliance/AA
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