Julia Klöckner
Julia Klöckner: Kritisiert Unternehmen Foto: dpa

CDU-Vize
 

Klöckner fordert mehr Arbeitsstellen für Asylsuchende

BERLIN. CDU-Politikerin Julia Klöckner hat ein stärkeres Engagement deutscher Großkonzerne bei der Arbeitsmarktintegration von Asylsuchenden gefordert. „Wenn ich die bescheidene Zahl von Flüchtlingen sehe, die bei den ganz großen Unternehmen einen Arbeitsplatz bekommen haben, dann ist das eher beschämend“, sagte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende der Schwäbischen Zeitung.

Den Worten aus der Wirtschaft, sie brauche die vielen Einwanderer für den Arbeitsmarkt, seien nicht viele Taten gefolgt, monierte Klöckner. Die Unternehmen müßten sich beteiligen – „auch wenn es Kraft kostet“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt in dieselbe Richtung. Laut Bild-Zeitung trifft sie sich am 14. September mit mehreren Chefs deutscher Großunternehmen, um über die Beschäftigung von Asylsuchenden zu diskutieren.

Die Kanzlerin wolle die Betriebe demnach dazu bringen, mehr Lehr- und Arbeitsstellen für Einwanderer anzubieten. Unternehmen wie Opel, Siemens, REW, Evonik, Opel und VW, die sich an der Initiative „Wir zusammen“ beteiligten, sollen ihre bisherigen Aktivitäten präsentieren. Anfang Juli war bekannt geworden, daß die 30 Dax-Unternehmen bisher 54 Asylsuchende beschäftigen. Allein 50 Stellen besetzte die Deutsche Post, berichtete die FAZ.

Bundesregierung rechnet mit mehr Arbeitslosen

Unterdessen rechnet die Bundesregierung mit mehr Arbeitslosen. Die Zahl der Erwerbslosen werde im kommenden Jahr um durchschnittlich 110.000 auf 2,86 Millionen steigen, erwartet das Bundesfinanzministerium laut Bild-Zeitung. Grund dafür sei die „starke Migration“. Sollten die Erwartungen eintreten, sei dies der erste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 2013.

Auch in den kommenden Jahren solle sich dieser Trend fortsetzen. Wegen der Asylkrise werde das Angebot an Arbeitskräften in Deutschland schneller wachsen als die Zahl der zur Verfügung stehenden Stellen. Bis 2020 werde die Zahl der Erwerbslosen den Berechnungen zufolge auf 3,1 Millionen steigen. (ls)

Julia Klöckner: Kritisiert Unternehmen Foto: dpa
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