Vorlesung in Leipzig: Aufforderung zur Gegendemonstration Foto: dpa
Leipzig

Universität ruft zu Anti-Pegida-Demonstration auf

LEIPZIG. Die geplante Pegida-Demonstration in Leipzig ruft nun auch Stadtverwaltung und Universität auf den Plan. In einer E-Mail, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, fordert das Rektorat der Universität Leipzig dazu auf, an Gegendemonstrationen teilzunehmen.

Konkret heißt es in dem Schreiben: „Alle Rektoratsmitglieder nehmen an den Gegenkundgebungen teil; selbiges erwarten wir sehr gerne von Ihnen. Die Lehrveranstaltungen sollen am 12.01.2015 ab 15.00 Uhr in den offen Raum der Stadt verlegt werden, um so unseren Studierenden die Teilhabe und Teilnahme an den ‘Lehrstunden für Demokratie und Vielfalt’ zu ermöglichen.“ Zudem solle der Aufruf, an allen universitären Einrichtungen weiterverteilt werden.

Steuergelder: Busse für Gegendemonstranten

Auch die sächsische Stadt Grimma rief ihre Bürger zu Gegenprotesten auf. Hier organisiert der Bürgermeister Matthias Berger (parteilos) auch zwei Busse, um Gegendemonstranten nach Leipzig zu fahren. „Die Busse werden von der Stadt gestellt“, bestätigte eine Sprecherin gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Die Kosten dafür sollen die Mitfahrer tragen. Sollte es zu einem Fehlbetrag kommen, will der Bürgermeister dies aus seiner eigenen Tasche bezahlen.

Insgesamt sind sieben Kundgebungen gegen die Pegida-Demonstration in Leipzig angemeldet. Aufgerufen dazu hatten neben Universität und Stadtverwaltung auch SPD, Grüne, Linkspartei, Gewerkschaften sowie linksextreme Gruppierungen. Eine Anordnung der Versammlungsbehörde, wonach die Pegida-Teilnehmer keine Mohammed-Karikaturen zeigen dürfen, hob die Stadt dagegen mittlerweile auf.

Pegida distanziert sich von Ablegern

Unterdessen wurde bekannt, daß der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) nicht zu Anti-Pegida Demonstrationen aufrufen darf. Einen entsprechenden Text mußte die Düsseldorfer Stadtverwaltung deswegen laut einem Urteil des Verwaltungsgerichtes von der Internetseite nehmen. Dieser sei mit der Neutralität des Amtes nicht zu vereinbaren, entschieden die Richter.

Bereits in der Vorwoche hatten sich die Pegida-Organisatoren in Dresden von dem Ablegern Düsseldorf distanziert. „Sämtliche Veranstaltungen, die unter den Namen Kögida, Bogida und Dügida angemeldet und durchgeführt werden, sind keine Pegida-Veranstaltungen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dittmer wird vorgeworfen, eine unklare Haltung zum Holocaust zu vertreten. Zudem habe sie ein Pegida-Banner kritisiert, auf dem neben islamistischen und linksextremen Symbolen auch ein Hakenkreuz in einen Mülleimer geworfen wird. (ho)

Vorlesung in Leipzig: Aufforderung zur Gegendemonstration Foto: dpa

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