Alexander Saldostanow
Alexander Saldostanow: Der Anführer der „Nachtwölfe“ Foto: dpa
Geplante Siegesfeier

„Putin-Rocker“ dürfen nicht nach Berlin

BERLIN. Eigentlich wollte die russische Motorradgang „Nachtwölfe“ am 9. Mai in Berlin den Sieg Rußlands im Zweiten Weltkrieg über das Deutsche Reich feiern. Dazu kündigten die Rocker eine Konvoi-Fahrt zum Treptower Park an, in dem sich das sowjetische „Ehrenmal“ befindet. Die Berliner Behörden wollen dies verhindern.

Die Berliner Polizei wird keine Genehmigung für die Rockergruppe ausstellen, berichtet die Welt. „Diese Leute werden definitiv nicht als Konvoi durch Berlin fahren und Effekte haschen“, zitiert das Blatt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zudem liefen Gespräche mit den polnischen Behörden, in denen geprüft wird, ob den Rockern die Einreise nach Deutschland verweigert werden kann.

Kritik von Grünen und der polnischen Regierung

Die „Nachtwölfe“ mit ihrem Anführer Alexander Saldostanow gelten als Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach eigenen Angaben beteiligen sich mehrere Mitglieder an den Kämpfen gegen die ukrainische Armee. Auch in Polen stößt der Plan der Gruppe auf Widerstand. Premierministerin Ewa Kopacz nannte die geplante „Siegesfahrt“ durch ihr Land eine „Provokation“.

Der Berliner Grünen-Politiker Benedikt Lux sagte zu dem Vorhaben: „Wir sind Rußland für die Befreiung vom Faschismus dankbar, aber nicht dieser Motorradgang, von der eine Drohkulisse ausgeht.“ In Rußland gilt der 9. Mai als Tag der Kapitulation des Deutschen Reiches 1945. An diesem Tag unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht gegenüber den Sowjets. Am Vortag hatte die Wehrmacht gegenüber den Westalliierten kapituliert. (ho)

Alexander Saldostanow: Der Anführer der „Nachtwölfe“ Foto: dpa

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