Markus Krall Freiheit oder Untergang
Armin Laschet
Armin Laschet: CDU verliert in Umfragen weiter an Boden Foto: dpa

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„Die Lage ist ernst“: Stimmungsumschwung irritiert CDU

BERLIN. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat sich irritiert über den wachsenden Widerstand gegen die Asylpolitik der Bundesregierung gezeigt. „Deutschland hat sich in vier, sechs, acht Wochen völlig in der Wahrnehmung verändert“, sagte Laschet dem Sender Phoenix.

„Es war so, als ob Flucht etwas Tolles wäre. Und jetzt haben wir das glatte Gegenteil. Wie kann das so umschlagen“, fragte Laschet. „Wie kann das so umschlagen, denn so viel hat sich substantiell nicht geändert?“, beklagte der CDU-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei ernst. „Dagegen ist die Euro-Krise eine Kleinigkeit.“

Union verliert immer weiter an Zustimmung

Er wies zudem die Kritik der CSU an der Politik der Bundesregierung zurück. „Ich behaupte, jeder andere Bundeskanzler – auch ein Bundeskanzler Seehofer – hätte nicht anders gehandelt“, sagte er mit Blick auf die Entscheidung, unbegrenzt Asylbewerber in Deutschland aufzunehmen.

Unterdessen verliert die Union in der Wählergunst weiter an Rückhalt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung erreichen CDU und CSU derzeit 35 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit fast drei Jahren. Noch Anfang August lag die Union bei 43 Prozent.

Profitieren kann davon vor allem die AfD, die nun auf 8,5 Prozent kommt. Dies ist der höchste Zustimmungswert seit Dezember 2014. Die SPD kommt demnach auf 24,5 Prozent, die Grünen auf elf Prozent und die Linkspartei auf 9,5 Prozent. Die FDP wäre mit 4,5 Prozent nicht im Bundestag vertreten. „Das Flüchtlingsthema zerreißt die Union. Im letzten Vierteljahr hat sie gut jeden fünften bisherigen Wähler verloren“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert. „Grüne und AfD positionieren sich klar im Sinne ihrer jeweiligen Anhängerschaft, das bringt Stimmen.“ (ho)

Armin Laschet: CDU verliert in Umfragen weiter an Boden Foto: dpa
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