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Bundestagswahl
 

AfD bei fünf Prozent

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AfD-Demonstration vor dem Brandenburger Tor: Laut einer Umfrage könnte die Partei den Sprung in den Bundestag schaffen Foto: picture allinace/dpa

BERLIN. Drei Tage vor der Bundestagswahl sind die Chancen der Alternative für Deutschland (AfD) auf einen Einzug in den Bundestag gestiegen. Die Euro-kritische Partei kam in einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für die Bild-Zeitung auf fünf Prozent und verbesserte sich damit um einen Punkt im Vergleich zur INSA-Umfrage vom vergangenen Sonntag.

INSA hatte die AfD bislang stets mit zwei bis drei, bisweilen auch mit vier Prozent geführt. Lediglich Ende April erreichte die junge Partei in einer Umfrage bereits schon einmal fünf Prozent.

Die Union blieb unverändert bei 38 Prozent, gefolgt von der SPD, die auf 28 Prozent kam (plus einen Punkt). Die Grünen verschlechterten sich um drei Punkte und kamen auf acht Prozent, wohingegen sich die Linkspartei auf neun Prozent (plus einen Punkt) verbessern konnte. Die FDP würde mit sechs Prozent im Bundestag vertreten sein (plus zwei Punkte).

Bouffier schließt Bündnis mit AfD aus

Unterdessen ruderte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zurück und schloß ein mögliches Regierungsbündnis mit der AfD nach der Landtagswahl am Sonntag kategorisch aus. Er gebe sein „uneingeschränktes“ Ehrenwort, daß er mit der AfD keine Koalition eingehen werde, sagte Bouffier dem ZDF-Morgenmagazin.

Am Mittwoch hatte der CDU-Politiker noch im Hessischen Rundfunk erklärt, ein Bündnis mit der AfD nicht generell auszuschließen. Zwar kenne er deren Kandidaten nicht, dafür aber das Programm der Partei. Und dieses sei „im Rahmen der Demokratie“.

Schäuble nennt Partei „brandgefährlich“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte dagegen eindringlich vor der Wahl der AfD. „Diese Leute behaupten doch glatt: Ohne Euro ginge es uns wirtschaftlich besser. Das ist grundlegend falsch, das ist komplett unglaubwürdig und für unseren Wohlstand brandgefährlich“, sagte Schäuble Zeit Online. Die AfD hätte „aus lauter Rückwärtsgewandtheit das Wohl Deutschlands im 21. Jahrhundert nicht im Blick“.

Wer, wie die AfD, Ängste vor Europa schüre, der schüre auch schnell Ängste vor Einwanderern, warnte der Minister. Dagegen müsse man sich behaupten. Er habe bei den Verhandlungen gegen die Euro-Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung vor dem Bundesverfassungsgericht Vertreter der AfD erlebt. Zwar wolle er keine Namen nennen, sagte Schäuble, „aber ich habe zum Teil schon gedacht: Du meine Güte“.

Schäuble hatte der Alternative für Deutschland erst kürzlich „Demagogie“ auf „unterstem Niveau“ vorgeworfen (krk)

> JF-Dossier zur Alternative für Deutschland

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