Aufsichtsräte
 

Schröder erteilt EU-Frauenquoten Absage

BERLIN. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat Forderung der EU-Kommission zurückgewiesen, eine Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte durchzusetzen. „Dieser Vorstoß geht an der Lebenswirklichkeit in Deutschland völlig vorbei“, sagte Schröder der Bild-Zeitung. Es wäre absurd, allen Unternehmen, von der Stahlindustrie bis zur Medienbranche, dieselbe Einheitsquote zu diktieren.

„Normal arbeitende Frauen brauchen flexiblere Arbeitszeiten statt starrer Aufsichtsratsquoten“, betonte die CDU-Politikerin. Aus diesem Grunde komme Deutschland auch ohne die Einmischung der luxemburgischen EU-Justizkommissarin Viviane Reding gut voran. Reding hatte immer wieder auf eine Frauenquote gepocht und zuletzt eine verpflichtende EU-Richtlinie für Aufsichtsräte angekündigt. Schröder verwies dabei auf die neue Einstellungspolitik der deutschen Industrie. So hätten etwa die DAX-Unternehmen 2011 fast 40 Prozent der freien Stellen in Aufsichtsräten mit Frauen besetzt.

Schröder gilt, im Gegensatz zu Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), seit Jahren als eine Gegnerin von festen Frauenquoten. Sie setzt stattdessen auf eine sogenannte „Flexi-Quote“. Diese verpflichtet Unternehmen, einen individuellen Anteil von weiblichen Führungskräften festzulegen, die Zahlen zu veröffentlichen und einzuhalten. Sollten die Ziele nicht erreicht werden, drohen ihnen staatliche Sanktionen. (ho)

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