Joachim Kuhs
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Vereinten Nationen
 

Scholl-Latour kritisiert deutsche Libyen-Politik

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Peter Scholl-Latour: „Deutsche Diplomatie hat sich bis auf die Knochen blamiert“ Foto: JF

BERLIN. Der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour hat die Stimmenthaltung Deutschlands bei der Libyen-Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen scharf kritisiert. „Die deutsche Haltung ist ein Ausdruck von Feigheit. Wir leben nicht immer in einer friedlichen Welt, und wenn man die Libyer schon ermutigt, muß man ihnen im Ernstfall auch zur Seite stehen“, sagte Scholl-Latour im Interview mit der JUNGE FREIHEIT.

Deutschland habe mit seiner Entscheidung nicht nur die Franzosen, sondern auch die Amerikaner verärgert, die allmählich an der Bündnisfähigkeit der Bundesrepublik zweifelten.

„Deutsche Diplomatie hat sich bis auf die Knochen blamiert“

Zudem habe sich die deutsche Diplomatie in der Angelegenheit „bis auf die Knochen blamiert“. So habe man fälschlicherweise darauf spekuliert, daß den Amerikanern die zur Bedingung erhobene arabische Zustimmung ohnehin nicht gewährt werde. Nur sei dabei vergessen worden, daß Gaddafi in der arabischen Welt nie großes Ansehen genossen habe, sondern eher als ein „größenwahnsinniger Clown“ betrachtet wurde. „Nun herrscht bei uns großes Erstaunen darüber, daß die arabischen Staaten gegen ihn Partei ergriffen haben“, kritisierte Scholl- Latour.

Das vollständige Interview mit Prof. Dr. Peter Scholl-Latour ist in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (13/11) erschienen.

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