Metzger

Baden-Württemberg
 

Metzger warnt CDU vor Wechselstimmung

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Oswald Metzger warnt vor einer Wechselstimmung in Baden-Württemberg Foto: Privat

BERLIN. Der ehemalige Grünen- und jetzigen CDU-Politiker Oswald Metzger hat seine Partei wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor einer weitverbreiteten „Wechselstimmung“ gewarnt. „Das ist die eigentliche Gefahr für Schwarz-Gelb und die Grundlage dafür, daß ein Thema wie die Atomkraft jetzt überhaupt so durchschlagen kann“, sagt er im Interview mit der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. 

Diese Wechselstimmung sei Folge einer grundsätzlichen Entwicklung in der Politik: die Auflösung der Lager und der Stammklientel der Parteien, die Ablösung von den Volksparteien, die wachsende Entfremdung zwischen Bürger und Politik. Das alles habe zum Anwachsen des Phänomens der Stimmungswahl geführt, so Metzger. Er sei daher skeptisch, ob die CDU die Wahl noch gewinnen könne: „Ich spüre, daß die Politik noch nie so weit vom Volk entfernt gewesen ist.“ 

„Die da oben, wir da unten“

Bei den Bürgern habe sich die Haltung: „Die da oben, wir da unten“ durchgesetzt. Dies habe das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ mit seiner Katalysatorwirkung eindrucksvoll gezeigt. Man dürfe die anstehende Landtagswahl jedoch nicht mit einer Volksabstimmung über die Atomkraft verwechseln, warnte der CDU-Politiker, zumal die zunehmende Wahlabstinenz vieler Bürger den Begriff Volksabstimmung in diesem Zusammenhang eher fragwürdig erscheinen lasse.

Bereits am Mittwoch hatte der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg eine schwere Niederlage vorausgesagt. (JF)

> Das gesamte Interview mit Oswald Metzger ist in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (Nr. 13/11) erschienen.

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