Gedächtnisstätte

Gedächtnisstätte: Streit um Rittergut in Thüringen

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Wappen der thüringischen Gemeinde Guthmannshausen im Landkreis Sömmerda Foto: Wikipedia

ERFURT. Nach Protesten der Linkspartei prüft die thüringische Landesregierung, ob sie den Verkauf eines Ritterguts in Guthmannshausen an den niedersächsischen Verein Gedächtnisstätte noch rückgängig machen kann. Man habe nicht gewußt, daß der Käufer Mitglied des Vereins sei, sagte Finanzstaatssekretär Dirk Diedrichs vergangenen Freitag nach einem Bericht der Thüringer Allgemeinen.

Das Rittergut im Kreis Sömmerda war bis 2009 als Bildungsstätte für landwirtschaftliche Seminare genutzt worden. Im August dieses Jahres wechselte die Immobilie dann den Besitzer. Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Erfurter Landtag, Martina Renner, warf der Landesregierung vor, sich nicht an bestehende Regelungen gehalten zu haben, nach denen Immobilien nicht in die Hände von Rechtsextremisten fallen dürfen. Laut ihrem Fraktionskollegen Ralf Hauboldt, werde der Verein „von Fachleuten und öffentlichen Stellen als rechtsextrem eingestuft“.

Vorhaben in Sachsen scheiterte an Behörden

Der Verein Gedächtnisstätte hatte im sächsischen Borna eine Gedenkstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges errichten wollen, war mit diesem Vorhaben aber an der Gegenwehr der zuständigen Behörden Ende 2009 gescheitert.

Der Verein wurde 2008 laut einer Antwort des damaligen sächsischen Innenministers Albrecht Buttolo (CDU) auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Johannes Lichdi vom Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen als „rechtsextremistisch eingestuft“. Grund hierfür waren unter anderem personelle Verbindungen zum im Mai 2008 vom Bundesinnenministerium verbotenen Verein „Collegium Humanum“. (krk/ms)

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