Streit um geplantes „Haus der Opfer des Islams“

Wahlplakat_Pro_NRW
Plakat von Pro NRW für die Landtagswahl am 9. Mai Screenshot: JF

DUISBURG. Das von der Bürgerbewegung Pro NRW geplante „Haus der Opfer des Islams“ sorgt für Streit. Nachdem die Partei zunächst berichtet hatte, eine Delegation habe sich mit dem Besitzer eines Hauskomplexes getroffen und weitere Gespräche vereinbart, dementierte der Eigentümer heftig. Er fühle sich getäuscht, sagte er gegenüber der Neuen Ruhr/ Neuen Rhein Zeitung. Pro NRW berichtet dagegen von Einschüchterungsversuchen.

„Definitiv nicht“ werde er das in Duisburg-Marxloh gelegene Areal „an diese Gruppierung“ verkaufen, zitiert die Zeitung den Besitzer Claus Dieter Esser. „Wir haben kurz miteinander gesprochen, und dann habe ich die Herrschaften gebeten, mein Grundstück zu verlassen.“ Essers persönlicher Favorit als Käufer sei eigentlich ein türkischer Kulturverein, der bereits in den Häusern untergebracht ist.

Von Polizisten abgefangen und durchsucht

Laut Pro NRW wurde die Partei-Delegation nach der Besichtigung von mehreren Polizisten abgefangen. „Die Personenkontrolle selbst sollte dann zuerst ausgerechnet mitten in einem angrenzenden türkischen Kulturzentrum vor den Augen zahlreicher aufgebrachter Türken stattfinden“, sagte der Kölner Stadtrat Jörg Uckermann. In einem Einsatzwagen der Polizei sei er nach „Waffen und gefährlichen Gegenständen“ durchsucht worden.

Essers Erklärung, von sich aus keinen Kontakt aufgenommen zu haben, wurde von Pro-NRW-Chef Markus Beisicht zurückgewiesen. Angesichts dieser Methoden sei der „plötzliche Gedächtnisverlust“ des Hausbesitzers zwar „menschlich nachvollziehbar“, müsse aber korrigiert werden. Zum Beleg veröffentlichte der Anwalt auszugsweise einen an ihn gerichteten Brief von Esser.

Anonymität zukünftiger Anbieter zugesichert

Pro NRW hatte bereits in den vergangenen Tagen mit dem Plan für ein Frauenhaus auf sich aufmerksam gemacht. Die Einrichtung soll sich speziell an bedrohte Frauen richtet, „denen ein Verbleib in einem islamisch geprägten Elternhaus nicht zugemutet werden kann“, wie das Projekt in einem offenen Brief an den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) beschrieben wird.

Künftig werde man die Anonymität potentieller Verkäufer „natürlich respektieren und erst dann die Öffentlichkeit informieren, wenn die Verträge unterschrieben sind“, erklärte die Partei auf ihrer Internetseite. Ermöglichen soll dieses Projekt der schwedische Unternehmer Patrick Brinkmann. (FA)

> Ein Hintergrundbericht über Brinkmann ist in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT erschienen.

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