Joachim Kuhs
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SPD-Ausschlußverfahren
 

Sarrazin verteidigt Äußerungen zur Integrationspolitik

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Thilo Sarrazin (SPD): Der frühere Bundesbanker verteidigt sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ Foto: JF

ESSEN. Im Verfahren um seinen Ausschluß aus der SPD hat der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ verteidigt. Er habe sorgfältig gearbeitet und der Verlag sorgfältig lektoriert. „Bisher wurden mir keine wesentliche Sachfehler nachgewiesen. Meine Aussagen zum Grad der Erblichkeit von Intelligenzunterschieden beispielsweise sind differenziert und entsprechen dem Stand der Wissenschaft“, sagte Sarrazin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Die besonderen Integrationsprobleme „eines Teils der muslimischen Migranten“ habe er, anders als gelegentlich behauptet, „auf kulturelle und nicht auf genetische Ursachen zurückgeführt“.

Gleichzeitig kündigte Sarrazin seine Stellungnahme zum Ausschlußantrag des SPD-Vorstands an. Diese werde von seinem Rechtsbeistand, dem früheren Ersten Bürgermeister von Hamburg, Klaus von Dohnanyi, bis zum 18. Dezember eingereicht. Weder sein Buch noch seine öffentlichen Äußerungen gäben Anlaß für einen Ausschluß aus der Partei.

Debatte hat viel Aufgestautes und Verdrängtes zum Vorschein gebracht

Über die gesellschaftlichen Konsequenzen seines Buches zeigte sich der frühere Bundesbanker zurückhaltend. „Nachdem die politische Klasse mein Buch zunächst verdammen wollte, gibt es inzwischen unter dem Druck der öffentlichen Meinung auch andere Äußerungen. Ob das zu wirklichen Änderungen in der Einwanderungs- und Integrationspolitik führt, ist noch nicht absehbar“, so Sarrazin. 

Immerhin gebe es jetzt aber eine Debatte, in der auch viel Aufgestautes und Verdrängtes zum Vorschein komme. „Das finde ich positiv. Es ist aber noch zu früh, um zu beurteilen, ob dies zu nachhaltigen politischen Änderungen führt.“ (krk)

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