NPD trennt sich Ex-Vorstand Molau

BERLIN. Die NPD hat ihr ehemaliges Bundesvorstandsmitglied Andreas Molau aus der Partei ausgeschlossen. Damit bestätigte die Partei Gerüchte, die aus dem Umfeld der sogenannten „Kameradschaften“ aufgetaucht und unter anderem von der SPD-nahen Internet-Plattform „Endstation Rechts“ verbreitet worden waren.

Allerdings habe es kein Ausschlußverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens gegeben. Vielmehr habe der Bundesvorstand bereits am 29. April Molau mitgeteilt, daß sein Antrag auf Doppelmitgliedschaft bei NPD und DVU abgelehnt worden war, so NPD-Pressesprecher Klaus Beier gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Daraufhin sei Molau aufgefordert worden, sich für eine der beiden Parteien zu entscheiden.

Da er jedoch laut NPD nicht reagierte und weiterhin als Bundespressesprecher für die DVU tätig ist, wurde Molau am Donnerstag vergangener Woche schriftlich mitgeteilt, daß seine Mitgliedschaft in der NPD nunmehr erloschen ist.

Den 2004 zwischen NPD und DVU geschlossenen „Deutschlandpakt“ hat die NPD Ende Juni 2009 einseitig aufgekündigt, nachdem sie sich entschieden hatte, entgegen aller vorherigen Vereinbarungen auch zur Landtagswahl in Brandenburg am 27. September zu kandidieren.

„Entwicklung zur Sekte“

Andreas Molau gehörte dem NPD-Bundesvorstand bis zum Oktober 2008 an. Im März 2009 trat er unter Beibehaltung seines NPD-Parteibuchs in die DVU ein. Im Februar hatte Molau zunächst entnervt seine Kandidatur für das Amt des NPD-Bundesvorsitzenden aufgegeben, nachdem die Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ihre zunächst zugesicherte Unterstützung seiner Person zurückgezogen hatten.

Bereits damals nannte Molau gegenüber der JF seinen Verbleib in der Partei ungewiß: „Das hängt davon ab, ob sich die NPD weiter zur Sekte entwickelt.“

Dennoch führte Molau bis vor kurzem als Spitzenkandidat die Landesliste der niedersächsischen NPD an. Am 31. Juli wurde seine Kandidatur jedoch durch den Landeswahlleiter zurückgewiesen, da mehrere Unterlagen zu seiner Person nicht vollständig eingereicht worden waren. In der rechtsextremen Szene wurde daraufhin spekuliert, Molau selbst habe die Unterlagen zurückgehalten, um der NPD zu schaden.

Angehörige der offen neo-nationalsozialistisch auftretenden „Freien Kräfte“ begrüßten den Ausschluß des „parteiinternen Stänkerers“ Molau: „Der NPD kann an dieser Stelle nur dazu gratuliert werden, sich endlich dieses Elementes entledigt“ zu haben. Das ehemalige Mitglied stehe stellvertretend für diejenigen, die „Weichspüler-Politik“ betrieben hätten und „die NPD in ein erz-reaktionäres Fahrwasser umleiten“ wollten, heißt es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. (vo)

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