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Union
 

Bischof lobt neuen Katholiken-Kreis in der Union

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Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: deutlichere Profilierung der christlichen Werte Foto: Pressestelle des Erzbistums Köln

KÖLN. Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, hat die Gründung eines Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU/CSU (AEK) gelobt. Er sei „sehr froh“ über die Initiative, zitiert ihn die Nachrichtenagentur ddp. „Es ist zu hoffen, daß es zu einer deutlicheren Profilierung der christlichen Werte in den C-Parteien kommt und zur Bündelung ihrer Kräfte, etwa in der Familienpolitik, beim Lebensschutz und in der Bioethik“, sagte der Erzbischof am Montag in Köln.

Gleichzeitig warnte der Kardinal davor, die katholischen Positionen bloß in einem begrenzten Reservoir innerhalb der Union zu erhalten. Ziel müsse es vielmehr sein, die Grundsätze verstärkt in die aktive Politik einzubringen. „Wie wichtig eine klare, christliche Akzentuierung von CDU und CSU ist, das hat die jüngste Entscheidung des europäischen Menschenrechts-Gerichtshofs gegen die Kruzifixe in Schulen gezeigt“, unterstrich der aus Breslau stammende Meisner.

Der am 15. November gegründete Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU/CSU, zu dessen Initiatoren der Bundestagsabgeordnete Norbert Geis und der frühere bayerische Landesminister Thomas Goppel (beide CSU) gehören, begreift sich als „bundesweites politisches Forum für katholische Christen“.

Katholische Wähler wieder für die Union gewinnen

Der AEK stehe für „katholische Weite, ökumenische Partnerschaft und paritätische Mitgestaltung“, heißt es in einer Erklärung zur Gründung des Arbeitskreises. „Es ist uns ein Anliegen, katholische Wähler zurückzugewinnen, die sowohl der CDU als auch der CSU zunehmend den Rücken kehren.“ Es lasse nicht unberührt, daß die Unionsparteien in den vergangenen Jahren auch eine große Zahl überzeugter Mitglieder verloren haben. Nach eigenen Angaben gebe es eine Woche nach der Gründung des AEK jedoch bereits mehr als 400 Unterstützer.

Zahlreiche dezidiert katholische Unionsmitglieder waren empört über die vielfach als taktlos empfundene Kritik der Bundeskanzlerin an Papst Benedikt XVI. im Februar. Angela Merkel hatte im Zuge der Affäre um die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Priesterbruderschaft St. Pius X. gesagt, der Papst müsse „eindeutig klarstellen, daß es keine Leugnung des Holocaust geben darf“. Merkel ist Protestantin und hatte sich im Vorfeld gegen die Gründung eines katholischen Arbeitskreises gewandt. (ru)

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