Schmidt und Pocher: „Nazometer“ vor dem Aus

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Harald Schmidt und das „Nazometer“

Der Streit um das „Nazometer“ in der Fernsehsendung „Schmidt und Pocher“ hat sich vor der für heute geplanten nächsten Ausstrahlung der Sendung (22:45 Uhr ARD) weiter zugespitzt.

Erst kurz vor der Aufzeichnung werde in einem gemeinsamen Gespräch zwischen der Redaktion, Harald Schmidt und Oliver Pocher darüber entschieden, ob das Gerät erneut zum Einsatz kommt, sagte die Fernsehdirektorin des WDR, Verena Kulenkampff, der Bild-Zeitung.

Zuvor war das „Nazometer“, das mit einem Signalton auf Wörter reagiert, die in Verbindung mit der Zeit des Nationalsozialismus stehen, sowohl aus Reihen der ARD als auch vom Zentralrat der Juden scharf kritisiert worden. Der Intendant des SWR, Peter Boudgoust, hatte in diesem Zusammenhang von einer „unglaublichen Geschmacklosigkeit“ gesprochen. Der Vorsitzende des HR-Rundfunkrates, Alfred Möhrle, hatte die Sendung ebenfalls kritisiert: „Ich bin entsetzt. Die ganze Sendung ist indiskutabel, unerträglich“, sagte er der Bild.

ARD-Programmchef Günter Struve verteidigte dagegen die beiden Moderatoren: „Das sogenannte Nazometer und die in diesem Zusammenhang gemachten Aussagen und Andeutungen von Harald Schmidt und Oliver Pocher verstehe ich als Metapher für eine aktuelle, gesellschaftliche Diskussion“, sagte er den Stuttgarter Nachrichten. Allerdings seien beide „an die Grenze des Erträglichen gegangen“.

Das „Nazometer“ war von Schmidt und Pocher Ende Oktober in ihrer ersten gemeinsamen Sendung vorgestellt worden. Sie hatten damit auf den Rausschmiß der TV-Moderatorin Eva Herman aus der Sendung von Johannes B. Kerner reagiert.

Das „Nazometer“ in der Sendung „Schmidt und Pocher“

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