WASHINGTON. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat im Rahmen eines Treffens mit Nato-Chef Mark Rutte Überlegungen vorangetrieben, Bündnispartner für mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg zu bestrafen. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird geprüft, US-Truppen aus als „unkooperativ“ eingestuften Staaten abzuziehen und stattdessen in loyalere Länder zu verlegen.
Konkret geht es um eine mögliche Neuverteilung der derzeit rund 84.000 in Europa stationierten US-Soldaten. Betroffen sein könnten demnach insbesondere Staaten wie Spanien oder Deutschland, die sich im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zurückhaltend gezeigt oder Kritik geäußert hatten.
Auch die Schließung einzelner US-Stützpunkte steht im Raum. Als mögliche Gewinner gelten hingegen osteuropäische Nato-Staaten wie Polen, Rumänien oder Litauen sowie Griechenland. Diese Länder hatten sich früh kooperationsbereit gezeigt, etwa bei der Nutzung von Militärbasen oder der Unterstützung internationaler Einsätze rund um die Straße von Hormus. Die Pläne befinden sich noch in einem frühen Stadium, werden jedoch innerhalb der Regierung offenbar ernsthaft diskutiert, wie das Wall Street Journal berichtet. Sie gelten als Reaktion auf wachsende Spannungen zwischen Washington und europäischen Verbündeten nach dem Beginn des Iran-Kriegs.
USA fühlen sich von der Nato im Stich gelassen
Scharfe Kritik kommt aus dem Weißen Haus: Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, es sei „sehr traurig“, dass die Nato den USA in den vergangenen Wochen nicht ausreichend beigestanden habe. Trump selbst schrieb, das Bündnis sei „nicht da gewesen, als wir es brauchten“.
Auch US-Außenminister Marco Rubio hatte Verbündete zuvor für ihre zögerliche Haltung kritisiert. Europäische Vertreter wiederum verweisen darauf, dass sie vor Beginn des Krieges nicht eingebunden worden seien. Die Debatte über eine mögliche Truppenverlagerung verdeutlicht die tiefe Vertrauenskrise innerhalb der Nato – und könnte das strategische Gleichgewicht in Europa nachhaltig verschieben. (rr)






