BERLIN/WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat Deutschland für seine ablehnende Haltung im Iran-Krieg ungewöhnlich scharf kritisiert und damit die Spannungen zwischen Washington und Berlin weiter verschärft. Es sei „unangemessen“, wenn führende deutsche Politiker erklärten, der Konflikt gehe ihr Land nichts an.
Trump bezog sich dabei auf Äußerungen aus der Bundesregierung, ohne einen Namen zu nennen, sprach jedoch von „the head of Germany“, also Deutschlands Spitzenpolitik.
Tatsächlich hatten sich mehrere Spitzenpolitiker nahezu wortgleich positioniert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte bei einem Besuch in Norwegen, Deutschland sei „nicht Teil dieses Krieges und will es auch nicht werden“. Verteidigungsminister Boris Pistorius formulierte noch knapper: „Es ist nicht unser Krieg“ (die JF berichtete). Auch Vizekanzler Lars Klingbeil schloss sich dieser Linie an.

Trump bat um Hilfe der Nato-Partner
Trump konterte diese Haltung mit einem Verweis auf den Ukraine-Krieg. „Nun, die Ukraine ist nicht unser Krieg“, erklärte der Republikaner und stellte damit die deutsche Zurückhaltung offen infrage. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Lage in der Straße von Hormus. Die strategisch zentrale Handelsroute gilt infolge des Iran-Kriegs als massiv beeinträchtigt.
Washington hatte die Nato-Partner um Unterstützung bei der militärischen Sicherung der Schifffahrt gebeten, insbesondere durch Marineeinheiten. Deutschland und andere europäische Staaten lehnten dies bislang ab. (rr)






