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Jetzt auch Melilla: Massenansturm: Ist das Ziel der Ceuta-Migranten Deutschland?

Jetzt auch Melilla: Massenansturm: Ist das Ziel der Ceuta-Migranten Deutschland?

Jetzt auch Melilla: Massenansturm: Ist das Ziel der Ceuta-Migranten Deutschland?

Tausende Nordafrikaner stürmen über die Küste die spanische Exklave Ceuta und erreichen damit die EU.
Tausende Nordafrikaner stürmen über die Küste die spanische Exklave Ceuta und erreichen damit die EU.
Tausende Nordafrikaner stürmen über die Küste die spanische Exklave Ceuta und erreichen damit die EU. Foto: picture alliance / Anadolu | Marcos Moreno
Jetzt auch Melilla
 

Massenansturm: Ist das Ziel der Ceuta-Migranten Deutschland?

Tausende Nordafrikaner dringen über die spanischen Exklaven Ceuta und jetzt auch Melilla in die EU ein. AfD-Chefin Weidel sagt, sie wollten nach Deutschland. Während die Bundesregierung schweigt, setzt Italien den Schengen-Raum außer Kraft.
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CEUTA/MELILLA/BERLIN. Der Massenansturm von Migranten auf die in Nordafrika gelegenen spanischen Exklaven hat nach Ceuta nun auch auf Melilla erfasst. Das teilten die Behörden mit. Am Grenzübergang Beni Ansar kam es zu Zusammenstößen mit Nordafrikanern. Wie auf Videos und Bildern zu sehen ist, handelt es sich fast ausschließlich um junge Männer. Dabei soll es sich vorwiegend um Marokkaner und Algerier handeln.

„Ihr Ziel dürfte mutmaßlich Deutschland sein“, schrieb die AfD-Vorsitzende Alice Weidel auf X: „Grenzen müssen jetzt geschlossen und Abweisungen rigoros durchgesetzt werden. 2015 darf sich nicht wiederholen!“

Während die Bundesregierung bisher zu den Vorgängen schweigt, hat Italiens rechtsgerichtete Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angekündigt, „die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien“ zu vollziehen: „Italien wird nicht tatenlos zusehen. Wir rufen die zuständigen Gremien zusammen, und als Ergebnis dieser Sitzungen sind wir bereit, auch mit außergewöhnlichen Mitteln einzugreifen, um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu schützen.“ Ihr Land werde im Kampf gegen illegale Einwanderung „keinen Millimeter“ zurückweichen.

Sánchez schickt 60 Soldaten nach Ceuta

Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich nach Tagen der Untätigkeit (JF berichtete) nun doch entschlossen, Militär zu schicken, um „die Sicherheit in der Stadt Ceuta aufrechtzuerhalten“. Allerdings fragen sich viele, was die 60 entsandten spanischen Soldaten und 200 Spezialkräfte der Polizei gegen tausende Migranten ausrichten sollen.

Sánchez will heute gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska in die auf der afrikanischen Seite der Meerenge von Gibraltar gelegenen Stadt kommen, um sich mit Sicherheitskräften und lokalen Behörden zu beraten. Er hat aber angekündigt, der Aufforderung des Regierungschefs von Ceuta, Juan Jesus Vivas, den Notstand auszurufen, nicht nachzukommen.

Spuren des Massenansturms vor Ceuta: Schwimmreifen, mit denen die Migranten kommen.
Spuren des Massenansturms vor Ceuta: Schwimmreifen, mit denen die Migranten kommen. Foto: picture alliance / Anadolu | Marcos Moreno

Ein Urteil des Obersten spanischen Gerichtshofs verbietet es den Sicherheitskräften, über den Seeweg eingetroffene Migranten sofort und ohne Prüfung ihres Falls zurückzuschicken. Die meisten jungen Männer drangen mit Reifen schwimmend über die Küste nach Ceuta ein. Sie dürfen demnach zunächst in der EU bleiben. Die Stadt Ceuta ist jedoch so überfüllt, dass sie dort nicht verweilen können. Ob sie auf den europäischen Kontinent gebracht werden, ist noch unklar. Sánchez gilt als sehr migrationsfreundlich, hat gerade hunderttausenden illegalen Migranten offiziell ein Aufenthaltsrecht verliehen.

Guardia Civil: „Die Grenze ist zusammengebrochen“

Der Gewerkschaftsvorsitzende der spanischen Nationalpolizei Guardia Civil, Rachid Sbihi, bezeichnete die Lage in Ceuta als das reinste Chaos. Die Grenze sei praktisch zusammengebrochen. „Es ist nicht möglich, genaue Zahlen zu nennen, aber es überqueren Tausende von Migranten die Grenze.“ Bei dem Ansturm starben nach Angaben spanischer Behörden mindestens neun Migranten.

Die meisten Geschäfte in Ceuta sind inzwischen geschlossen und verbarrikadiert, weil die Inhaber Angst vor Überfällen, Ladendiebstahl und Vandalismus haben.


In Melilla kam es inzwischen auch zu körperlichen Angriffen auf die spanischen Grenzposten. Mehrere von ihnen sollen dabei verletzt worden sein. Nach Angaben der marokkanischen Vereinigung für Menschenrechte wurden dort mindestens drei Fahrzeuge in Brand gesetzt. Marokko, das in Ceuta die Landsleute noch nach Spanien durchgewinkt hatte, setzten in der Grenzstadt Fnideq Wasserwerfer ein, um weitere Übertritte nach Melilla zu verhindern.

Von einer „Invasion“ sprach der Vorsitzende der rechten spanischen Oppositionspartei Vox, Santiago Abascal. Es handele sich nicht um Flüchtlinge „vor Krieg oder Armut“. Vielmehr kämen Männer im wehrfähigen Alter, „die von der korrupten Regierung unter Pedro Sánchez dazu aufgerufen wurden, unsere Grenzen zu stürmen“. (fh)

Tausende Nordafrikaner stürmen über die Küste die spanische Exklave Ceuta und erreichen damit die EU. Foto: picture alliance / Anadolu | Marcos Moreno
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