WASHINGTON/DOHA. Der Krieg im Iran hat engültig das Herz der globalen Energieversorgung getroffen. Erstmals sind zentrale Gas- und Ölinfrastrukturen im Persischen Golf Ziel koordinierter Angriffe geworden. Nach übereinstimmenden Berichten wurden Gasfelder, Raffinerien und Exportanlagen in mehreren Staaten der Region angegriffen.
Ausgangspunkt der Eskalation war ein mutmaßlicher israelischer Angriff auf den iranischen Teil des Gasfelds „South Pars“. Das Feld bildet gemeinsam mit dem katarischen Nordfeld das größte bekannte Gasvorkommen der Welt.
Der iranische Abschnitt dient überwiegend der inländischen Versorgung und macht den Großteil der Gasproduktion des Landes aus. In der Folge kam es zu Gegenangriffen der Mullahs: In Katar wurden nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens Qatar Energy Anlagen beschädigt, darunter auch das zentrale Exportterminal Ras Laffan. In Kuwait gerieten zwei staatliche Raffinerien nach Drohnenangriffen in Brand, auch in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Energieeinrichtungen getroffen oder beschädigt.
VIDEO | Footage reportedly shows Israeli strikes on the Asaluyeh gas processing plant in Bushehr, part of Iran’s South Pars field, in a coordinated attack with the US targeting critical energy infrastructure that underpins much of the country’s electricity supply. pic.twitter.com/nD0CTyE7LC
— The Cradle (@TheCradleMedia) March 18, 2026
USA wollen von Angriff auf Gasfeld nichts gewusst haben
Die Angriffe haben die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts auf die globale Energieversorgung verstärkt. Mehrere Staaten der Region verurteilten die Attacken auf zivile Infrastruktur, darunter ausdrücklich auch Öl- und Gasanlagen. Die USA reagierten mit scharfen Warnungen. Präsident Donald Trump erklärte, Washington habe von dem israelischen Angriff auf „South Pars“ keine Kenntnis gehabt. Zugleich drohte er dem Iran mit massiver militärischer Gewalt, sollte die Energieinfrastruktur in Katar erneut angegriffen werden.
An den Märkten führte die Eskalation zu deutlichen Preissprüngen. Der europäische Gaspreis (TTF) stieg zeitweise um mehr als ein Drittel, der Ölpreis der Nordseesorte Brent legte deutlich zu und überschritt zeitweise die Marke von 110 Dollar pro Barrel. Zusätzlich belastet wird die Lage durch Störungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für Öl und Gas weltweit. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ließ auch die Börsen in Europa und Asien nachgeben.
Für Deutschland ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung, da ein Teil der künftigen Flüssiggasversorgung aus Katar stammen soll. Der katarische Teil des Gasfelds gilt als zentral für den Export nach Europa. (rr)






