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Großbritannien: Grüne erobern Nordenglands rote Hochburg – dank Migranten

Großbritannien: Grüne erobern Nordenglands rote Hochburg – dank Migranten

Großbritannien: Grüne erobern Nordenglands rote Hochburg – dank Migranten

Grünen-Parteichef Zack Polanski (r.) und seine neue Unterhausabgeordnete Hannah Spencer: Erklärten Nigel Farages Reform UK zum Hauptgegner. (Themenbild)
Grünen-Parteichef Zack Polanski (r.) und seine neue Unterhausabgeordnete Hannah Spencer: Erklärten Nigel Farages Reform UK zum Hauptgegner. (Themenbild)
Grünen-Parteichef Zack Polanski (r.) und seine neue Unterhausabgeordnete Hannah Spencer: Erklärten Nigel Farages Reform UK zum Hauptgegner. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jon Super
Großbritannien
 

Grüne erobern Nordenglands rote Hochburg – dank Migranten

Bei einer Unterhaus-Nachwahl in Manchester triumphieren die Grünen deutlich. Auch der Kandidat der Farage-Partei kann zulegen. Vor allem pakistanische Moslems sollen den Ausschlag für das Ergebnis gegeben haben.
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MANCHESTER. Bei einer Unterhausnachwahl in Manchester hat die Grünen-Kandidatin Hannah Spencer einen Wahlkreis der regierenden Labour-Partei erobert. Sie gewann die Abstimmung am Donnerstag im Wahlkreis Gorton and Denton mit 40,6 Prozent der Stimmen. Damit wird sie Nachfolgerin des Abgeordneten Andrew Gwynne, der nach dem Bekanntwerden beleidigender Nachrichten über seine Parteikollegen suspendiert worden und anschließend zurückgetreten war.

Auf Platz zwei kam Spencers Kontrahent von Nigel Farages Reform UK, Matt Goodwin. Der Politikwissenschaftler und Moderator beim konservativen Nachrichtensender GBNews erreichte 28,7 Prozent und verdoppelte das Parteiergebnis im Wahlkreis gegenüber der Parlamentswahl 2024.


Labour-Kommunalpolitikerin Angeliki Stogia kam hingegen nur auf Platz drei mit 25,4 Prozent, fast der Hälfte des Ergebnisses von Gwynne vor rund anderthalb Jahren. Alle anderen, darunter die Kandidaten der Tories und der Liberaldemokraten, kamen auf jeweils weniger als zwei Prozent. Derzeit stellen die beiden Parteien die stärksten Oppositionsfraktionen im Unterhaus. „Die Menschen wissen nun überall, daß die Wahl der Grünen der Weg ist, Reform zu schlagen“, kommentierte Grünen-Chef Zack Polanski das Ergebnis.

Großbritanniens Premier Keir Starmer warnte nach der Labour-Niederlage vor „extremen Kräften“ in der Politik. „Ich werde gegen sie kämpfen, links wie rechts – und gegen Parteien, die dieses Land zerreißen wollen“, kündigte er bei einer Pressekonferenz am Freitag an. Labour sei die einzige Kraft, die das Land und „unsere Gemeinschaften“ einen könne. In einem internen Schreiben an seine Abgeordneten nannte er konkret die Grünen und Reform UK.

Reform UK beklagt „konfessionalisierte Wahl“

Im Wahlkreis Gorton and Denton stellen die Moslems 29,6 Prozent der Bevölkerung. In den zwei der acht zugehörigen Kieze, Levenshulme und Longsight, stellen sie mit jeweils mehr als 50 Prozent der Einwohner die Mehrheit. Goodwin von der Farage-Partei warnte mit Blick auf den Grünen-Erfolg vor „gefährlichem moslemischem Konfessionalismus“, der sich in der Politik breitmache. „Wir verlieren unser Land“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst X. Auch Farage sprach von einem „Sieg der konfessionalisierten Wahl und des Betrugs“.

Bereits vor dem Bekanntwerden des Ergebnisses hatten Wahlbeobachter der Organisation „Democracy Volunteers“ illegale Familienabsprachen beklagt. In 15 der 22 untersuchten Wahllokale hätten demnach zwölf Prozent der Wähler ihre Familien offen instruiert, für bestimmte Parteien zu stimmen. Das wertet das britische Recht als Verstoß gegen das Wahlgeheimnis. Die Polizei des Großraums Manchester wies die Berichte allerdings zurück. „Es ist äußerst enttäuschend, daß Democracy Volunteers bis zur Schließung der Wahllokale gewartet hat, um solche Behauptungen aufzustellen“, sagte ein Sprecher gegenüber der BBC.

Grüne punkteten mit Videos auf Urdu und Punjabi

Im Wahlkampf hatten die Grünen in den sozialen Medien Kurzfilme auf Urdu und Punjabi verbreitet, um Moslems pakistanischer Herkunft zu erreichen. Darin warnten sie unter anderem, Reform UK würde „Familien, die hier seit Jahren gelebt haben“, abschieben und der „Islamophobie“ Raum verschaffen. Ein Bild des Premierministers Starmer mit seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi wurde zudem in einem negativen Kontext dargestellt. Außerdem warf die Partei Israel einen „Völkermord“ in Gaza vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Labour-Regierung unter Clement Attlee allen Bürgern jener Staaten, die dem Commonwealth of Nations angehören, ein Siedlungs- und Wahlrecht in Großbritannien gewährt. Dabei handelt es sich um einen losen Bund zwischen dem Vereinigten Königreich und seinen ehemaligen Kolonien. Pakistaner dürfen damit auch ohne britische Staatsbürgerschaft bei den britischen Parlamentswahlen abstimmen, solange sie sich dort legal oder geduldet aufhalten.

Von 1991 bis 2021 hatte sich die Zahl der Pakistaner in Großbritannien mehr als verdreifacht. Sie stieg von knapp 477.000 auf über 1,62 Millionen Einwohner, was 2,5 Prozent der Bevölkerung entspricht. Im Manchester selbst sind knapp 65.900 von 589.000 Einwohnern ethnische Pakistaner. Im gesamten Großraum-Landkreis sind rund 209.000 von knapp 2,9 Millionen Einwohnern pakistanischer Herkunft. Dort lag die Labour-Partei bei allen Parlamentswahlen der vergangenen 40 Jahre kontinuierlich vorne und stellte ununterbrochen die Mehrheit im Kreisrat. Auch die zugehörige Pakistanerhochburg Rochdale war vom „Grooming Gang“-Mißbrauchsskandal durch migrantische Pädophilenrings betroffen. (kuk)

Grünen-Parteichef Zack Polanski (r.) und seine neue Unterhausabgeordnete Hannah Spencer: Erklärten Nigel Farages Reform UK zum Hauptgegner. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jon Super
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