WIEN. Vor dem Islamischen Zentrum Imam Ali im Wiener Bezirk Floridsdorf hat es am Mittwoch gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen iranischen Regimegegnern und Anhängern des Mullah-Regimes gegeben. Auslöser war eine Trauerveranstaltung der Moschee für den getöteten iranischen Revolutionsführer Ali Chamenei.
Während Anhänger der Islamischen Republik im Gebäude des Zentrums um den langjährigen Machthaber trauerten und ihn als „Märtyrer“ würdigten, versammelten sich vor der Moschee iranische Regimegegner zu einer Gegendemonstration. Augenzeugen berichten der JUNGEN FREIHEIT, dass es zunächst zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen gekommen sei. Die Situation eskalierte schließlich, als Teilnehmer aus dem Umfeld der Moschee auf Demonstranten losgegangen sein sollen.
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Großeinsatz in Wien nach Anti-Mullah Demo endet in Auseinandersetzung 🚨🗞️
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Wiener Moschee ehrte Chamenei als „Märtyrer“
Nach Angaben von Teilnehmern wurden mehrere Demonstranten dabei mit Stöcken und Messern attackiert. Bilder zeigen verletzte Personen, die von Rettungskräften behandelt und in Krankenwagen gebracht wurden. Offizielle Angaben über die Zahl der Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Kritik gibt es auch am Vorgehen der Polizei. Demonstranten werfen den Einsatzkräften vor, den Ort der Kundgebung vorzeitig verlassen zu haben. Kurz danach sei es zu den Angriffen gekommen. Das Islamische Zentrum Imam Ali hatte zuvor öffentlich zu einer Trauerveranstaltung für Chamenei aufgerufen. Auf den Kanälen der Moschee wurde der iranische Revolutionsführer als „Märtyrer“ und „hochverehrte religiöse Autorität“ bezeichnet.
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Während Exil-Iraner in zahlreichen Städten weltweit den Tod des langjährigen Machthabers feierten, gedachte das Zentrum in Wien seines Lebens mit religiösen Zitaten und Märtyrer-Formeln aus dem Koran. Das Islamische Zentrum Imam Ali gilt als eine der wichtigsten schiitischen Einrichtungen in Österreich. Beobachter sehen seit Jahren enge Verbindungen zur Islamischen Republik Iran. (rr)






