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Österreich: Forderung nach Rücksicht in den Öffis ist für Migranten-NGO „Rassismus“

Österreich: Forderung nach Rücksicht in den Öffis ist für Migranten-NGO „Rassismus“

Österreich: Forderung nach Rücksicht in den Öffis ist für Migranten-NGO „Rassismus“

In ihren Plakaten zur Kampagne verwenden die Wiener Linien keine Bilder von offensichtlichen Migranten. Trotzdem sieht eine NGO darin Rassismus. Foto: Wiener Linien
In ihren Plakaten zur Kampagne verwenden die Wiener Linien keine Bilder von offensichtlichen Migranten. Trotzdem sieht eine NGO darin Rassismus. Foto: Wiener Linien
In ihren Plakaten zur Kampagne verwenden die Wiener Linien keine Bilder von offensichtlichen Migranten. Trotzdem sieht eine NGO darin Rassismus. Foto: Wiener Linien
Österreich
 

Forderung nach Rücksicht in den Öffis ist für Migranten-NGO „Rassismus“

Wien startet eine Kampagne gegen lautes Telefonieren und geruchsintensives Essen in den Öffis. Eine Migranten-NGO ortet dahinter „Rassismus“ und warnt, solche Regeln könnten Minderheiten zum Ziel von Angriffen machen.
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WIEN. Der Wiener Verkehrsbetrieb hat mit einer neuen Kampagne zu mehr Rücksichtnahme in den Öffis aufgerufen und damit heftige Kritik von Migranten ausgelöst. Die NGO „Black Voices“ wirft den Wiener Linien vor, mit den Regeln rassistische Stereotype zu bedienen. Unter dem Motto „Host kan Genierer?“ (Schämst du dich nicht?, Anm. d. Red.) sollen Fahrgäste zu mehr Rücksicht im öffentlichen Verkehr angehalten werden.

Plakate zeigen überzeichnete Alltagssituationen, etwa ein übergroßes Handy, eine riesige Leberkässemmel oder einen ausladenden Rucksack. Der Slogan lautet: „Für dich egal, für andere eine Qual.“

Anlass der Kampagne ist eine Umfrage, nach der sich 86 Prozent durch lautes Telefonieren oder Videoschauen ohne Kopfhörer gestört fühlten. 92 Prozent hielten es für wichtig, dass solche Verhaltensweisen in den Öffis unterlassen werden. Die zuständige Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) erklärte bei der Präsentation: „Wo täglich Millionen Fahrgäste aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Unsere Öffis sind ein gemeinsamer Raum, und der verlangt Respekt.“

NGO spricht von „rassistischer Kampagne“

Die Migranten-NGO „Black Voices Austria“ kritisierte die Kampagne dagegen scharf. In sozialen Netzwerken veröffentlichte sie eine Liste mit „5 Gründen, warum die Wiener Linien Kampagne rassistisch ist“. Das Problem liege nicht in einzelnen Motiven, in denen keine Migranten und auch keine orientalischen Speisen abgebildet sind, sondern in den Regeln selbst. Lautes Telefonieren oder Videoschauen zu kritisieren sei eine „scheinbar neutrale Regel“, die aber „sofort rassistisch aufgeladen“ werde und Menschen dazu verleiten könne, „Schwarze, muslimische Personen und People of Colour im öffentlichen Raum anzugehen“.

 

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Als Beleg verweist die Organisation auf einzelne Kommentare unter Beiträgen der Wiener Linien in sozialen Netzwerken. Weil sich darunter auch rassistische Äußerungen finden, könne die Kampagne nicht neutral sein. Auch das bestehende Verbot „geruchsintensiver Speisen“ in den Verkehrsmitteln beruhe laut NGO auf „rassistischen Vorurteilen“.

In ihren Plakaten zur Kampagne verwenden die Wiener Linien keine Bilder von offensichtlichen Migranten. Trotzdem sieht eine NGO darin Rassismus. Foto: Wiener Linien
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