WASHINGTON/TEHERAN. Eine US-Intervention im Iran wird immer wahrscheinlicher. So sollen US-Außenminister Marco Rubio und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Samstag über entsprechende Optionen der Vereinigten Staaten gesprochen haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Zeugen des Gesprächs. Nähere Details der Unterhaltung sind demnach jedoch unbekannt.
Schon in den vergangenen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump angesichts der anhaltenden Proteste der Bevölkerung gegen das Mullah-Regime betont, die USA werden eingreifen, sollte es zum Blutvergießen kommen. Erst am Freitag hatte er der iranischen Führung gedroht, falls sie auf die Demonstranten schießen lassen sollte. „Ihr solltet besser nicht anfangen zu schießen, denn dann werden wir auch schießen.“ Zudem erhöhte Israel am Wochenende seine Alarmbereitschaft, was an einer geplanten Militäraktion der verbündeten Amerikaner liegen könnte.
Die islamistischen Mullahs seinerseits warnten die USA vor einer Einmischung. Anderenfalls seien Angriffe auf Israel oder US-Stützpunkte in der Region legitime Ziele.
Proteste im Iran gehen weiter – Todeszahlen steigen
Ungeachtet des diplomatischen Schlagabtauschs halten die Proteste im Iran an, obwohl das Regime mit wachsender Härte dagegen vorgeht. Laut der Menschenrechtsgruppe HRANA stieg die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 65. Davon sind demnach 50 Demonstranten und 15 Sicherheitskräfte als Tote der Unruhen dokumentiert.
Iranians are turning out in Tehran, #Iran tonight after @PahlaviReza’s latest call. Here chants can be heard “this is the last battle. Pahlavi will return.” pic.twitter.com/c2yy940lBM
— Jason Brodsky (@JasonMBrodsky) January 10, 2026
Vor gut zwei Wochen brachen die Proteste zunächst in der Hauptstadt Teheran wegen der hohen Inflation aus. Schon bald schlossen sich ihnen im ganzen Land Menschen an. Vor einigen Tagen machten Meldungen die Runde, wonach die Führung des Regimes bereits an Fluchtplänen arbeite. (ag)





