CANBERRA. Die australische Regierung hat dem israelischen, islamkritischen Influencer Sammy Yahood das Visum entzogen. Australiens Innenminister Tony Burke sagte am Dienstag, „die Verbreitung von Haß“ sei „kein guter Grund, nach Australien zu kommen“. Zugleich unterstellte er Yahood, ein Touristenvisum beantragt zu haben, obwohl er geschäftlich in das Land kommen wolle. „Wenn jemand nach Australien kommen will, sollte er sich für das richtige Visum bewerben und aus den richtigen Gründen kommen“, sagte der Innenminister gegenüber The Guardian Australia.
Yahood reagierte auf X empört und nannte Burke einen „Tyrannen“. Dazu betonte er: „Ich lasse mich nicht abschrecken.“ In vorangegangenen Beiträgen hatte der 25jährige unter anderem die Abschiebung der somalischstämmigen US-Politikerin Ilhan Omar gefordert und sich dafür ausgesprochen, daß Israel Territorien des historischen Judäas annektiert.
Jüdische Organisation reagiert empört
Die konservativ-jüdische Organisation „Australian Jewish Association“ (AJA), die Yahood eingeladen hatte, bei Veranstaltungen in Sydney und Melbourne als Redner aufzutreten, kritisierte die Entscheidung des Innenministeriums ebenfalls scharf. Der Chef des Vereins, Robert Gregory, sagte auf X, die Sache sei „besonders ärgerlich, da die Regierung nicht gegen islamistische Haßprediger vorgegangen ist“. Zudem sollten bei der Veranstaltung, an der Yahood nun nicht teilnehmen kann, „Überlebende des Massakers von Bondi teilnehmen“.
Beim Massaker von Bondi Beach am 14. Dezember hatten zwei Islamisten bei einer Chanukka-Feier insgesamt 15 Menschen ermordet und 43 weitere zum Teil schwer verletzt. Einer der beiden Terroristen wurde während der Attacke getötet, der zweite wurde niedergeschossen und festgenommen (JF berichtete).
Australiens Regierung hatte unlängst als Reation auf diesen Terroranschlag strengere Gesetze gegen sogenannte „Haßrede“ angekündigt.
Nicht nur Islamkritiker im Visier
Innenminister Burke hatte bereits im August vergangenen Jahres auch dem rechten israelischen Politiker Simcha Rothman die Einreise verwehrt – er sollte ebenfalls bei einer Veranstaltung der AJA auftreten. Rothman hatte zuvor Kinder im Gazastreifen als „Feinde“ bezeichnet und die vollständige Kontrolle Israels über das Westjordanland gefordert.
Wenige Wochen zuvor hatte er auch dem US-amerikanischen Rapmusiker Kanye West die Einreise nach Australien untersagt, weil dieser sich wiederholt antisemitisch geäußert hatte. (st)






