Superwahljahr
Rom; Schweizergarde
Schweizergarde auf dem Petersplatz in Rom Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER

Rekrutenmangel
 

Schweizergarde erwägt Aufnahme von Frauen

VATIKAN. Die Päpstliche Schweizergarde überlegt, künftig auch Frauen als Rekruten zuzulassen. Wie der Präsident der Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde, Jean-Pierre Roth, der schweizerischen Sonntagszeitung sagte, solle ein geplanter Kasernenneubau im Vatikan auch Platz für weibliche Rekruten bieten. Das sei ihm von Anfang an ein Anliegen gewesen, erklärte der ehemalige Präsident der Schweizer Nationalbank am Montag.

Wie die Onlineplattform katholisch.de berichtet, soll das Gebäude im Mai 2027, am 500. Jahrestag der Plünderung Roms, eingeweiht werden. Damals waren 147 von insgesamt 189 Gardisten bei der Verteidigung des Apostolischen Palastes vor einem Söldnerheer gefallen.

Nachwuchsprobleme

Die Präsidentin der Stiftung Schweizergarde, Ruth Metzler-Arnold, zeigte sich erfreut über die Initiative. „Sobald Gardistinnen zugelassen sind, erhöht sich auch das Rekrutierungspotential für die Garde,“ sagte die schweizerische Christdemokratin dem katholischen Onlinedienst.

Zuletzt mußte die Schweizergarde mit Nachwuchssorgen kämpfen. 2018 hatte Papst Franziskus das älteste Militärkorps der Welt reformiert und die Mannstärke der Truppe von 110 auf 135 erhöht. Um diese Stärke zu halten, müßen sich laut katholisch.de jährlich aber zwischen 30 und 35 Anwärter bei der Schweizergarde melden.

Bisher kommen für das von Papst Julius II. ins Leben gerufene Korps nur männliche schweizerische Staatsbürger zwischen 19 und 30 Jahren in Betracht. Die Bewerber müßen mindestens 1,74 Meter groß und sportlich sein, eine Berufsausbildung oder einen Mittelschulabschluß vorweisen können und die Rekrutenschule der Schweizer Armee abgeschloßen haben. (fw)

Schweizergarde auf dem Petersplatz in Rom Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER
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