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Carola Rackete während der Besetzung des Dannenröder Forstes (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Carola Rackete während der Besetzung des Dannenröder Forstes (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Appell an Klimaschützer
 

Carola Rackete ruft „Fridays for Future“ zu „direkten Aktionen“ auf

BERLIN. Die als Flüchtlingskapitänin bekannt gewordene Carola Rackete hat die „Fridays for Future“-Bewegung (FFF) dazu aufgerufen, künftig „durch direkte Aktionen den notwendigen politischen Druck“ zur Erreichung ihrer Ziele aufzubauen. „Statt weiter stur die Taktik des mittlerweile symbolischen Protests zu verfolgen, solltet ihr ehrlich reflektieren, was dadurch (nicht) erreicht wird, und euch von dieser lähmenden Taktik lösen. Ihr habt die Reichweite und die Verantwortung, direkte Aktion nicht nur in Worten zu unterstützen, sondern selbst umzusetzen und damit den Handlungsdruck massiv zu erhöhen“, schreibt sie in einem Beitrag der taz.

Zugleich lobte Rackte die FFF-Bewegung um Luisa Neubauer für ihre Verdienste. „Ihr habt in der Zivilgesellschaft viele Menschen erreicht, und darauf könnt ihr stolz sein.“ Jedoch schränkte sie ein: „Dennoch sind für 2021 wieder steigende CO2-Emissionen prognostiziert und eure Streiks sind mittlerweile kaum mehr als eine symbolische Mahnwache, die keinerlei Druck erzeugt.“

Rackete, die 2019 Migranten nach Europa brachte, wovon drei später wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden, betonte: „Nur durch direkte Aktion können wir den Kohleausstieg erstreiten. Niemand sagt, daß es angenehm ist politisch unbequem zu sein. Es kann persönliche Konsequenzen haben, doch diese sind im Vergleich zur Klimakrise marginal.“

Radikale Umweltschützer besetzen Wälder

Mit Blick auf die Auseinandersetzung um den Kohleausstieg appellierte sie an die zumeist jugendlichen Unterstützer von FFF: „Die Machtverhältnisse, welche den Kohleausstieg verhindern, werden sich niemals ohne Konfrontation ändern. Fridays, wir müssen den Mut haben, ernsthaft Sand ins Getriebe der Politik zu streuen. Echte Veränderung wird nur von einer Bewegung kommen, die politischen Druck ausübt.“

In der Vergangenheit hatten Kohlegegner beispielsweise rund um den Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen wiederholt Gewalt angewendet, um Rodungsarbeiten zu behindern. Rackete selbst beteiligte sich im vergangenen Jahr vorübergehend an der Besetzung des Dannenröder Forstes in Hessen, wo radikale Umweltschützer gegen den Autobahnausbau protestierten. (ag)

Carola Rackete während der Besetzung des Dannenröder Forstes (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
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