Proteste nach den Schüssen Foto: picture alliance / AP Photo
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„Black Lives Matter“

Polizei schießt auf 29jährigen: Schwere Ausschreitungen in Wisconsin

KENOSHA. In Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin ist es in der Nacht auf Montag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei setzten Randalierer unter anderem ein ganzes Autohaus in Brand. Mehrere Einkaufsläden wurden geplündert, dutzende Schaufenster gingen zu Bruch. Einzelne „Black Lives Matter“-Demonstranten liefen bewaffnet durch die Straßen. Die Polizei setzte Tränengas ein und sperrte mehrere Straßen ab.

Hintergrund der Randale ist ein Polizeieinsatz vom Sonntag abend, bei dem der 29jährige Jacob Blake von Polizisten in den Rücken geschossen wurde. Die beteiligten Beamten seien vorrübergehend beurlaubt worden, teilte Wisconsins leitender Oberstaatsanwalt Josh Kaul (Demokratische Partei) mit. Die genauen Hintergründe würden derzeit ermittelt.

In den sozialen Medien kursierte ein Video des Vorfalls. Darauf ist Blake zu sehen, der sich offenbar ein Wortgefecht mit Polizisten liefert und zu einem Auto läuft, ohne den Anweisungen der Beamten zu folgen. Diese laufen ihm mit gezogener Waffe nach, einer von ihnen schoß dem 29jährigen dann wohl mehrfach in den Rücken. Die Polizei sei kurz nach 17 Uhr zu einem Fall von häuslicher Gewalt gerufen worden, berichtete der Sender CBS.

Auch in Portland kommt es zu Ausschreitungen

Gegen den Mann lag ein Haftbefehl vor, der auf den 7. Juli 2020 datiert war. 2015 hatte er sich laut dem Nachrichtenportal „racinecountyeye.com“ vor Gericht wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, dem Tragen einer versteckten Waffe, dem Tragen einer Schußwaffe im betrunkenen Zustand, des Gebrauchs einer gefährlichen Waffe, der Gefährdung der Sicherheit und ungebührlichen Verhaltens verantworten müssen.

„Wir kennen noch nicht alle Details, aber was wir mit Sicherheit wissen, ist, daß er nicht der erste schwarze Mann ist, der in unserem Staat oder unserem Land durch die Hand von Personen in der Strafverfolgung erschossen oder verletzt oder gnadenlos getötet wurde“, sagte Wisconsins Gouverneur Tony Evers (Demokratische Partei). Man werde die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, versprach Evers.

Unterdessen ist es auch in Portland zum wiederholten Male zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei sprach am Sonntag von einem „Aufstand“. Sie rief dazu auf, den Ort zu verlassen, andernfalls würde von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Randalierer hätten zuvor mehrere Streifenwagen beschädigt, Glasflaschen und andere Gegenstände auf die Beamten geschleudert und sie mit Lasern geblendet.

(ha)

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