Israelische Bürger, die wegen des Coronavirus unter Quarantäne stehen geben am 2. März bei der Knessetwahl ihre Stimme in einem speziellen Zelt ab Foto: picture alliance / AP Photo
Einreise- und Ausreiseverbote

Coronavirus: Israel greift zu drastischen Maßnahmen

JERUSALEM. Die israelische Regierung hat scharfe Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus eingeleitet. „Nicht-israelischen Staatsangehörigen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz wird die Einreise nach Israel verweigert werden, es sei denn, die betreffende Person kann belegen, daß sie in der Lage ist, in Israel eine 14tägige häusliche Quarantäne anzutreten“, ließ das Gesundheitsministerium über die israelische Botschaft in Deutschland mitteilen.

Die Maßnahme, die am 6. März in Kraft trete, gelte bereits für Reisende aus China, Thailand, Hongkong, Singapur, Macau, Japan, Südkorea und Italien. Israelische Staatsbürger, die aus diesen Ländern zurückkehrten, müssen sich demnach einer obligatorischen, zweiwöchigen Quarantäne unterziehen.

Medizinisches Personal darf Land nicht mehr verlassen

Zudem untersagte die Regierung in Jerusalem internationale Konferenzen sowie Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern. Zudem dürfen „alle Personen, die aus dem Ausland einreisen“, für zwei Wochen nicht an Veranstaltungen mit über 100 Personen teilnehmen.

Allerdings betreffen die Maßnahmen des Judenstaates nicht nur Einreise und Quarantäne. Mitarbeiter im Gesundheitswesen belegte die Regierung mit einem zeitlich zunächst nicht befristeten Ausreiseverbot. In Israel gibt es derzeit 15 bestätigte Fälle von Patienten, die mit Covid-19 infiziert sind.

In Europa hatte zuletzt Italien weitreichende Maßnahmen ergriffen. In dem Land sind bis Mitte März alle Schulen und Universitäten geschlossen. Spiele der Serie A müssen bis zum 3. April ohne Zuschauer stattfinden. Auch in der Schweiz hat die Regierung Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern verboten. In Frankreich liegt diese Grenze bei 5.000 Menschen. (tb)

Israelische Bürger, die wegen des Coronavirus unter Quarantäne stehen geben am 2. März bei der Knessetwahl ihre Stimme in einem speziellen Zelt ab Foto: picture alliance / AP Photo

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag