,,Zwarte Piet‘‘ auf Facebook
,,Zwarte Piet‘‘ auf Facebook Foto: picture alliance/Robin Utrecht
Rassismusvorwürfe

Auch ,,Zwarte Piet‘‘ betroffen: Facebook verschärft Regeln bei ,,Blackfacing‘‘

MENLO PARK. Der US-Technologiekonzern Facebook hat angekündigt, schärfer gegen rassistische und antisemitische Stereotypen vorzugehen. Deshalb sollen Fotos von weißen Menschen mit schwarzer Schminke im Gesicht und die Behauptung, Juden würden die Welt kontrollieren, künftig auf den Plattformen Facebook und Instagram gelöscht. Davon betroffen seien auch Darstellungen des ,,Zwarten Piet‘‘.

Neben schwarzer Schminke auf weißer Haut zählt das Unternehmen auch dicke Lippen und eine Kraushaar-Perücke zu den Stereotypen des sogenannten Blackfacing. Facebook findet es nicht hinnehmbar, daß Menschen sich durch bestimmte Beiträge diskriminiert und nicht sicher fühlen“, begründete das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Menlo Park den Schritt. ,,Sinterklaas ist ein Fest für alle.‘‘

Streit um ,,Zwarte Piet‘‘ tobt seit Jahren

Bei der niederländischen Variante des Nikolausfests steht dem Heiligen ein schwarzer Helfer zur Seite. Das Sinterklaasfest ist in den Niederlanden eine beliebte Tradition und wird am 05. Dezember mit großen Aufzügen in vielen Städten begangen. Bereits seit einigen Jahren tobt jedoch ein Streit um den ,,Zwarten Piet‘‘. Insbesondere Schwarze fühlen sich von der Darstellung rassistisch diskriminiert. Niederländer fürchten hingegen um ihre Tradition. Das oberste Verwaltungsgericht hatte 2014 geurteilt, daß ein Umzug in der Hauptstadt Amsterdam trotz Vorwürfen von Organisationen und Personen, die den ,,Zwarten Piet‘‘ als rassistisch ansehen, stattfinden darf.

Facebook erläuterte das Vorgehen bei der vierteljärlichen Vorstellung von Zahlen zur Durchsetzung seiner Nutzungsbedingungen. Dort gab der Technologiekonzern auch bekannt, daß zwischen April und Juni mehr als sieben Millionen Beiträge zum Coronavirus gelöscht worden waren und 98 Millionen Inhalte zu dem Thema mit Warnhinweisen versehen wurden. (jv)

,,Zwarte Piet‘‘ auf Facebook Foto: picture alliance/Robin Utrecht

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