Carola Rackete am 3. Oktober vor einem Ausschuß des EU-Parlaments Foto: picture alliance / AP Photo
Rede vor EU-Parlamentsausschuß

Rackete erhebt schwere Vorwürfe gegen EU-Parlament und Italien

BRÜSSEL. Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat den Abgeordneten des EU-Parlaments mangelnde Unterstützung für ihre Arbeit vorgeworfen. „Wo waren Sie alle, als wir auf allen möglichen Kanälen um Hilfe baten“, fragte sie. „Wo waren Sie, als auf die Bitte nach einem sicheren Hafen immer nur die Antwort ‚Tripolis‘ kam?“

Auch an Italien ließ Rackete kein gutes Haar. „Dort wurden wir empfangen, als ob wir die Pest an Bord hatten und nicht ungeschützte Menschen.“ Rackete sprach vor dem Ausschuß für bürgerliche Freiheit, Justiz und Inneres auf Einladung der Linksfraktion.

Flämischer Abgeordneter: Sie gehören ins Gefängnis

Der flämische Abgeordnete, Tom Vandendriessche vom Vlaams Belang, kritisierte Rackete scharf. In seiner Rede nach Racketes Wortbeitrag sagte er an sie gewandt: „Sie respektieren einfach die Gesetze und den Rechtsstaat nicht. Sie wählen stattdessen den Weg der Gewalt.“ Rackete sei „Teil eines kriminellen Netzwerkes“ und „Handlangerin der Menschenschmuggler“. Sie gehöre deshalb nicht ins Europaparlament, „sondern in eine Gefängniszelle“.

Rackete verteidigte sich auch gegen die von der italienischen Zeitung Il Giornale erhobenen Anschuldigungen, sie habe Mörder und Folterer auf ihrem Schiff Sea Watch 3 nach Europa gebracht. „Wenn wir eine Rettungsaktion durchführen, können wir die Hintergründe oder Lebensgeschichten der Menschen in Seenot gar nicht kennen. Wir versuchen, diesen Menschen einfach nur zu helfen.“ Laut dem Bericht der Zeitung haben andere Migranten drei Männer identifiziert, die in Libyen Menschen vergewaltigt, gefoltert und ermordet haben sollen. (tb)

Carola Rackete am 3. Oktober vor einem Ausschuß des EU-Parlaments Foto: picture alliance / AP Photo

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