Polizisten riegeln in Christchurch den Bereich um die Moscheen nach dem Anschlag ab Foto: picture alliance/Russian Look
Christchurch

Neuseeland: Zahlreiche Tote bei Terrorattacke auf Moscheen

CHRISTCHURCH. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat die Attacke auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch als Terrorakt eingestuft. „Dies kann nur als Terrorangriff beschrieben werden“, sagte Ardern laut Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Angriff auf die Moscheen waren nach bisherigem Stand 49 Menschen getötet und weitere durch Schüsse schwer verletzt worden, darunter auch Kinder.

Laut Augenzeugen drang gegen 13.45 Uhr Ortszeit ein bewaffneter Mann mit kugelsicherer Weste und Helm in die Al Noor Moschee in der Innenstadt ein und eröffnete das Feuer. Dabei soll er 30 Menschen getötet haben. Später fielen auch in der Linwood Avenue Moschee Schüsse. Hier starben sieben Menschen. Drei weitere wurden tot vor der Moschee aufgefunden. Die Polizei nahm vier Verdächtige – drei Männer und eine Frau – fest. Es sei aber nicht ausgeschlossen, daß es noch weitere Beteiligte gebe.

Beim Hauptverdächtigen handelt es sich um einen 28 Jahre alten Australier. Er soll laut Nachrichtenagenturen vor der Tat ein rechtsextremes Manifest im Internet veröffentlich haben. Zudem soll er ein 17minütiges Video von der Tat gestreamt haben. Dieses wurde von Twitter und Facebook mittlerweile gesperrt.

Australiens Premierminister verurteilt die Tat

Auch Australiens Premierminister Scott Morrison sprach von einem terroristischen Akt. „Wir verurteilen diese Attacke, die von einem rechtsextremistischen, gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste“, sagte Morrison am Freitag.

Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb auf Twitter: „Wir sind tief erschüttert von dem brutalen Verbrechen in Christchurch.“ Der grausame Terroranschlag habe friedlich betende Moslems getroffen. „Wenn Menschen allein wegen ihrer Religion ermordet werden, ist das ein Angriff auf uns alle.“


Die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales beim Regierenden Bürgermeister von Berlin, Sawsan Chebli (SPD), machte eine weltweite islamfeindliche Stimmung für das Verbrechen verantwortlich. „Diese Menschen sind nicht Opfer eines einzelnen Mörders. Sie sind Opfer der weltweiten Stimmungsmache gegen den Islam und Muslime“, kritisierte sie auf Twitter.

(krk)

Polizisten riegeln in Christchurch den Bereich um die Moscheen nach dem Anschlag ab Foto: picture alliance/Russian Look

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load