Türkische Truppen bei Afrin
Türkische Truppen bei Afrin: Vorwurf des Giftgaseinsatzes Foto: picture alliance / AP Photo
Türkische Offensive in Afrin

Syrische Armee soll sich mit Kurden verbündet haben

AFRIN. Die kurdischen Streitkräfte der YPG und die syrische Regierung um Baschar al-Assad haben laut Medienberichten eine Zusammenarbeit vereinbart. Demnach soll die syrische Armee in die Region Afrin einmarschieren, um die türkische Offensive gegen die Kurden abzuwehren. Die Truppen von Assad könnten innerhalb von zwei Tagen dorthin verlegt werden, sagte ein ranghoher Berater der kurdischen Verwaltung in Nordsyrien der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Vereinbarung sei zunächst rein militärisch. Die Kurden in Afrin hatten zuvor die Assad-Armee zur Hilfe gegen die Türkei aufgerufen. Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana könnten die Truppen die Gegend um Afrin noch am Montag erreichen. Offizielle Angaben zu der Abmachung gibt es bislang nicht.

Unterdessen warnte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu (AKP) die syrische Armee vor einer Zusammenarbeit mit der YPG. „Wenn das Regime kommt, um die PKK und die YPG zu vertreiben, ist das kein Problem“, sagte er bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman. „Wenn sie aber kommt, um die YPG zu verteidigen, dann kann uns und die türkischen Soldaten niemand und nichts stoppen.“

Türkische Armee soll Giftgas eingesetzt haben

Zuvor hatten kurdische Einheiten der türkischen Armee vorgeworfen, Giftgas eingesetzt zu haben. Der mutmaßliche Angriff habe sich am Freitag in dem Ort Scheich Hadid westlich der Stadt Afrin ereignet. Sechs Menschen hätten durch die Einwirkung eines nicht näher bestimmten Gases Atembeschwerden und erweiterte Pupillen bekommen, berichteten Beobachter und ärztliches Personal der Nachrichtenagentur dpa. Die Türkei wies die Anschuldigungen zurück.

Im Januar war das türkische Militär mit Bodentruppen in die nordsyrische Provinz Afrin eingerückt, um die mit den USA verbündete Kurdenmiliz YPG zu vertreiben. Ziel der „Operation Olivenzweig“ ist nach den Worten von Ministerpräsident Binali Yildirim (AKP) die Einrichtung einer 30 Kilometer breiten Sicherheitszone.

Seine Regierung betrachtet die Miliz als syrischen Zweig der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und damit als Terrororganisation. Sowohl die Kurden als auch die syrische Führung wollen dagegen verhindern, daß die Türkei ihren Einflußbereich ausdehnt. (ha)

Türkische Truppen bei Afrin: Vorwurf des Giftgaseinsatzes Foto: picture alliance / AP Photo

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