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IOC-Präsident Bach: Verkündung der Suspendierung in Lausanne Foto: picture alliance/ZUMA Press

Dopingskandal
 

IOC sperrt Rußland für Winterspiele 2018

LAUSANNE. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Rußland wegen systematischen Dopings von den Winterspielen 2018 in Südkorea ausgeschlossen. Unter Auflagen dürfen die Athleten jedoch unter neutraler Flagge starten. Der Entschluß zur Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) fiel auf einer Exekutivsitzung des IOC am Dienstag. Weiterhin ist es russischen Offiziellen verboten, öffentlich aufzutreten, die russische Flagge wird nicht gezeigt und die Hymne nicht gespielt.

Wie das IOC mitteilte, sei die „systematische Manipulation der Anti-Doping-Regeln und des Anti-Doping-Systems in Rußland“ bestätigt worden. Als Konsequenz wurde auch der ehemalige Sportminister und jetzige russische Vizepremier Witali Mutko (Einiges Rußland) lebenslang in allen Funktionen von Olympia ausgeschlossen.

Sportler können unter neutraler Flagge an den Start gehen

Trotzdem soll den russischen Sportlern unter Auflagen ein Start als „neutrale Athleten“ ermöglicht werden – wenn sie nachweisen können, daß sie nicht Teil des Dopingsystems waren. Ob die Sportler allerdings ohne Flagge und Hymne an den Start gehen werden, ist noch fraglich. Im Vorfeld der Entscheidung waren in Rußland für diesen Fall bereits Rufe nach einem Boykott laut geworden. Die staatliche TV-Anstalt VGTRK kündigte nach der Entscheidung des IOC an, die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang nicht übertragen zu wollen.

Dem Bericht des WADA-Sonderermittlers Richard McLaren zufolge hat Rußland zwischen den Jahren 2011 bis 2015 ein institutionelles Dopingsystem installiert, in das rund 1.000 Sportler verwickelt sind. Ausgelöst wurde der Skandal im Mai 2016 durch den Whistleblower und ehemaligen Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigorij Rodtschenkow. (ha)

IOC-Präsident Bach: Verkündung der Suspendierung in Lausanne Foto: picture alliance/ZUMA Press
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