„Zu elitär“

Frankreich: Bildungsministerin stört sich an Deutschunterricht

PARIS. Frankreichs Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem will den Deutschunterricht radikal kürzen und die deutsch-französischen Klassenzüge abschaffen.

Der Deutschunterricht sei ihr „zu elitär“, sagte sie einem Bericht der Welt zufolge. Da nur Schüler profitierten, die aus wohlhabenden Familien stammen, sei die Kürzung ein Beitrag zur Chancengleichheit, argumentierte Vallaut-Belkacem. Zudem seien die Klassen laut der Ministerin nur für eine Minderheit der Schüler von Nutzen.

Angeblich Ursache für „soziale Segregation“

Der Vorstoß sieht vor, die Zwei-Sprachen-Klassen bereits ab dem nächsten Jahr abzuschaffen. In diesen Klassen werden ab der 6. Jahrgangsstufe Englisch und Deutsch vier Jahre lang zweigleisig unterrichtet.

Die aus Marokko stammende Ministerin kritisierte die Klassen als Ursache für angebliche „soziale Segregation“ an den Mittelschulen. Anders als in Deutschland werden Schüler in Frankreich bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet. Das Gymnasium beginnt nach der zehnten Klasse. (fl)

Frankreichs Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hält Deutschunterricht für „zu elitär“ Foto: picture alliance/dpa

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