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Polizisten suchen Schienen ab
Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab Foto: picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Polizei ermittelt in alle Richtungen
 

Nach Anschlagsversuch auf ICE: Polizei ermittelt in alle Richtungen

MÜNCHEN. Im Falle des versuchten Anschlags auf einen ICE in Bayern ermittelt die Polizeiweiterhinin alle Richtungen. Bei einer erneuten Absuche der Schienentrasse mit mehr als 150 Beamten vergangene Woche habe die Polizei weitere Holz- und Eisenteile sowie Brieffragmente gefunden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München, das Landeskriminalamt Bayern (LKA) und die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus am Dienstag mit.

Der Anschlagsversuch hatte bereits am 7. Oktober stattgefunden. Unbekannte Täter hatten ein Stahlseil über die Gleise gespannt. Zwar beschädigte es die Frontscheibe des Zugs, es sei aber durch die Wucht des Aufpralls gerissen. Ziel war nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ein Anschlag „mit vielen Toten und Verletzten“, zitierte die Welt am Sonntagaus Ermittlerkreisen.

Die Polizei fand demnach in der Nähe des Tatorts mehrere Holz- und Eisenteile sowie zwei teilweise erhaltene Dokumente in arabischer Sprache. Darin sei mit europaweiten Angriffen gegen den Bahnverkehr gedroht worden, falls die EU-Staaten nicht aufhörten, die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zu bekämpfen. „Wir nehmen das Drohschreiben ernst. Der IS-Bezug wird aber noch geprüft“, hatte ein LKA-Sprecher dem Blatt gesagt.

Polizei prüft Hinweis auf fremdenfeindlichen Hintergrund

Am gestrigen Montag hatten dann einige Medien von einer Wende in dem Fall gesprochen. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete unter Berufung auf Ermittler, die Polizei gehe einem Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund nach. „Wir halten es für möglich, daß es sich um einen radikalisierten Einzeltäter aus dem extrem rechten Milieu handelte, der kurz vor der Landtagswahl in Bayern Stimmung gegen Flüchtlinge provozieren wollte.“

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Ende Oktober seien weitere Flugzettel ähnlichen Inhalts gefunden worden. Allerdings hätten die Texte aus einschlägig bekannten Internetforen gestammt, seien frei verfügbar und können von jedermann verwendet werden, hieß es weiter. Es sei daher möglich, eine Verbindung zum IS lediglich vorzuspielen.

Die Polizei versicherte nun, das Drohschreiben „fortlaufend unter Berücksichtigung des aktuellen Ermittlungsstandes“ zu bewerten. „Aufgrund der bisher bekannten Spurenlage wird nach wie vor in alle Richtungen ermittelt.“ Zudem startete sie einen erneuten Zeugenaufruf. Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr. (ls)

Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab Foto: picture alliance/Daniel Karmann/dpa
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