Ich bin immer für dich da

Der indisch-pakistanische Konflikt zwischen extremistischen Hindus und Muslimen ist seit jeher ein beliebter Topos im indischen Filmschaffen. Die Geschichte des Streifens „Ich bin immer für dich da!“, den RTL II am 27. Mai um 20.15 Uhr in deutscher Erstausstrahlung sendet, steht ganz in dieser Tradition. Die für Entführungen berüchtigte indisch-pakistanische Grenzregion Kaschmir könnte man derweil durch eine sprachliche Korrektur den gegebenen Umständen anpassen und „Kasch mich“ nennen. Doch nicht nötig, nun ist es das Fernsehen, das uns mit dem indischen Kassenschlager in den Bann ziehen will. Anzüglichkeiten sind allerdings tabu Der dreistündige (!) Debütfilm von Regisseurin Farah Khan ist eine atemberaubende Hommage an indische und westliche Vorbilder mit allen Ingredienzen, die für das erfolgreiche Genre Bollywood stilbildend sind. „Masala“, eine Gewürzmischung für Currys, ist zugleich die treffende Bezeichnung für diese Gattung. Deren Basiszutaten sind Liebe, Spannung, Humor, rasante Action und ein glückliches Ende. Zusammengehalten wird alles durch Sing- und Tanzszenen, die unvermittelt in das Geschehen eingreifen. Nackte Körper oder allzu eifrige Küsse sind allerdings tabu. Dafür sieht man schmacht-volle Choreographien, die das indische Publikum vor Verzückung fast in Ohnmacht fallen lassen. Und bei uns? Sollte es in NRW zur betreffenden Sendezeit einen Stromausfall geben, würde dem einstmaligen Motto von CDU-Mann Jürgen Rüttgers womöglich ein unerwarteter Segen widerfahren: Kinder statt Inder!

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